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Theo van Rysselberghe
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Theo van Rysselberghe: Familie im Obstgarten. 1890

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Theo van Rysselberghe: Hafen von Cette, Die Fischerboote. 1892

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Theo van Rysselberghe: Landschaft in der Mittagssonne. Um 1895

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Theo van Rysselberghe

Theo van Rysselberghe (1862 – 1926) war einer der bedeutendsten flämischen Maler des Pointillismus.

Zu Beginn seines künstlerischen Schaffens malte van Rysselberghe realistische Darstellungen in dunklen Farben. Später änderte sich sein Stil und er entdeckte die anspruchsvolle Malerei des Pointillismus für sich. Durch kleine Primärfarbpunkte, die mit dem Pinsel dicht nebeneinandergesetzt werden, entwickelt sich so Punkt für Punkt das Gemälde. Vorreiter und Begründer des Pointillismus war der französische Maler Georges Seurat (1859 – 1891).

In intensiver Kleinstarbeit schuf van Rysselberghe so wundervolle Gemälde wie „Familie im Obstgarten“, „Hafen von Cette, Die Fischerboote“, „Springbrunnen im Park Sanssouci in Potsdam“, „Ostwind“, „Küstenszene“, „Junge Frau am sandigen Ufer“ und „Margery“. Mit diesen und anderen Werken hinterließ der Künstler ein wunderbares Erbe aus der Zeit des Postimpressionismus.

Leben

Théo van Rysselberghe wurde am 23. November 1862 als jüngerer Bruder des flämischen Architekten Octave van Rysselberghe im belgischen Gent geboren.

Schon früh zeigte sich das künstlerische Talent des jungen Théo und so begann er direkt nach seiner Schulzeit ein Studium an der Kunstakademie in Brüssel. Gemeinsam mit James Ensor (1860 – 1949) besuchte er den Unterricht von Jean-François Portaels und ließ sich zum Kunstmaler ausbilden.

Seine ersten Gemälde zeigten sich realistisch und mit einer düsteren Farbpalette, eine Mischung, die den Kritikern offensichtlich sehr gefiel. So wurden zwei seiner Porträts für den „Genter Salon“ im Jahre 1880 akzeptiert.

Ein Jahr später präsentierte van Rysselberghe seine Werke auf dem „Brüsseler Salon“. Im Anschluss daran zog er in die belgische Hauptstadt.

Im Winter 1882 begab er sich auf eine längere Auslandsreise, die ihn nach Spanien und Marokko führte. Hier entstand eine Serie von exotischen Darstellungen, die er nach seiner Rückkehr 1883 auf einer weiteren Ausstellung zeigte. Noch im selben Jahr wurde er Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Société des Vingt“.

Gegen Ende 1883 reiste der Maler erneut nach Marokko, wo er sich ein knappes Jahr lang aufhielt und arbeitete.

1886 fand die „Les XX- Ausstellung der französischen Impressionisten“ statt, in der auch van Rysselberghe mit einigen seiner Werke teilnahm. Während dieser Zeit wurde er besonders von Monet und Renoir beeinflusst und begann schon bald im Stil der Impressionisten zu experimentieren.

Auf einer Parisreise begegnete er dem französischen Maler Georges Seurat, freundete sich mit ihm an und lernte dessen pointillistischen Malstil kennen. Tief beeindruckt probierte er nun selbst diese für ihn völlig neue Maltechnik aus und schuf einige seiner besten Kunstwerke.

Nach dem Tod seines Freundes Georges Seurat im Jahr 1891 entfernte sich van Rysselberghe allmählich vom Pointillismus. Seine Pinselstriche wurden länger und die Kontraste intensiver.

Zwischenzeitlich hatte er die Schriftstellerin Maria Philomène Andrée Monnm, die auch unter dem Namen „La petite Dame“ bekannt wurde, geheiratet. Aus dieser Verbindung ging die Tochter Elisabeth (1890–1980) hervor.

Wie viele andere Künstler seiner Zeit schuf auch van Rysselberghe so beliebte Gruppenporträts wie beispielsweise „Der Garten von Felicien Rops bei Essone“ und „Die Lesung“. Zu Letzterem ließ er sich während der regelmäßigen Montagstreffen im Haus des prominenten Dichters Emile Verhaeren (1855-1916) inspirieren. Gemeinsam mit einer Gruppe von befreundeten Künstlern aus Paris war er hier ein gern gesehener Gast.

1897 zog der Maler nach Paris und drei Jahre später an die französische Mittelmeerküste.

Inspiriert von der mediterranen Umgebung und den besonderen Lichtverhältnissen entstanden in den kommenden Jahren farbintensive und lebendige Bilder, die eine besonders heitere Stimmung ausstrahlen. Dazu zählt auch das Gemälde „Der Garten von Felicien Rops bei Essone“, das im Jahr 1910 entstand.

Am 13. Dezember 1926 starb Théo van Rysselberghe schließlich im Alter von 64 Jahren im französischen Le Lavandou, Provence-Alpes-Côte d’Azur.

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