Henri Rousseau

Henri Rousseau

Henri Rousseau

Henri Rousseau (1844 – 1910) war ein autodidaktischer französischer Maler des Postimpressionismus und der Naiven Kunst. Als Pionier der Moderne wurde er zum Wegbereiter für viele bedeutende Künstler.

Rousseau betätigte sich zunächst als Freizeitmaler und schuf seine Werke neben seinem Beruf als Zöllner.

Später widmete er sich dann ausschließlich der Malerei, eroberte die Pariser Salons und avancierte zu einem der angesehensten Künstler der Bohème. Dichter wie Alfred Jarry und Guillaume Apollinaire entdeckten das Talent Rousseaus zuerst, später begeisterte er neben Picasso auch Braque, Delaunay, Soupault und Brancusi.

Zum Oeuvre des französischen Malers zählen seine farbintensiven Werke „Der Traum“, „Drei Affen im Orangenhain“, „Exotische Landschaft“, „Bildnis Pierre Loti“, „Am Waldrand“, „Der Karren des alten Juniet“, „Blumenstrauß“ und „Der Poet Apollinaire und seine Muse“.

Noch zu Lebzeiten Rousseaus wurden seine naiv gemalten Bilder häufig belächelt und hatten nur einen geringen Wert. Doch mit dem Tod des Künstlers änderte sich das schlagartig. Heute erzielen die Gemälde des wundervollen Künstlers absolute Spitzenpreise.

Leben

Henri Rousseau wurde am 21. Mai 1844 in Laval, Frankreich, geboren. Seine Eltern waren der Klempnermeister und Eisenwarenhändler Julien Rousseau und dessen Frau Eleonore.

Der kleine Rousseau wuchs heran und begann sich schon früh für die Kunst, insbesondere für die Dichtung, der Musik und dem Zeichnen, zu interessieren.

Nachdem er das Gymnasium verlassen hatte, arbeitete er zunächst bei einem Rechtsanwalt. Danach diente er beim Militär und wurde dort als Klarinettist in einem Infanterieregiment eingesetzt.

Gleich nach dem Militärdienst trat er 1868 eine Stelle bei der französischen Zollverwaltung an. Die Arbeit war nicht schwer und so blieb Rousseau noch ausreichend Energie und Zeit zum Malen.

Im Jahr 1869 vermählte er sich mit der 18-jährigen Schneiderin Clémence Boitard. Aus dieser Ehe gingen neun Kinder hervor, von denen jedoch nur die Tochter Julia ihren Vater überlebte.

Rousseaus Frau Clémence starb 1888. Fünf Jahre später gab er seinen Beruf als Zöllner auf und ließ sich vorzeitig pensionieren.

In den vergangenen Jahren hatte sich Rousseau immer wieder mit der Malerei beschäftigt, doch erste Bedeutung fanden seine Bilder bei dem jungen Schriftsteller Alfred Jarry.

Durch diese Verbindung lernte der pensionierte Zöllner Paul Gauguin kennen und traf in dessen Atelier Persönlichkeiten wie beispielsweise Mallarmé, Strindberg und Degas.

Es dauerte nicht lange und Rousseau stellte seine ersten Bilder im „Salon des Indépendants“ aus. Bis zu seinem Tode nutzte er von nun an diese Ausstellungsplattform der Avantgarde Künstler, um hier jährlich seine Werke zu zeigen.

Durch die Freundschaft mit Guillaume Apollinaire knüpfte er wichtige Beziehungen zur künstlerischen Avantgarde.

Um seine spärlichen Renteneinnahmen etwas aufzustocken, gab der angehende Künstler Geigen- und Zeichenunterricht. Daneben pflegte er einen wachsenden Bekanntenkreis, zu denen u. a. Delaunay, Picasso, Vlaminck, Brâncuși und Laurencin zählten.

Bis zu seinem Lebensende ließ Rousseau den Spott der Kunstkritiker über sich und seine Werke ergehen. Neben seinem großen Anhänger Picasso, gab es offensichtlich noch andere Künstler wie beispielsweise Toulouse-Lautrec, Degas, Redon, Renoir und Gauguin, die seine Werke und sein Talent schätzten.

Er selbst hielt sich neben Pablo Picasso für einen großen Künstler, was er mit den Worten zu seinem Malerkollegen wie folgt formulierte: "Wir sind die zwei größten Maler dieser Epoche. Du im ägyptischen Stil und ich im modernen Stil!"

Am 2. September 1910 starb Henri Rousseau im Alter von 66 Jahren an den Folgen einer Blutvergiftung im Hospital Necker in Paris.