Franz von Stuck

Franz von Stuck

Franz von Stuck (1863–1928) war ein Maler, Zeichner, Plakatkünstler und Bildhauer, der sich in seinem künstlerischen Schaffen zwischen Neubarock, Renaissance, Klassizismus und Jugendstil bewegte.

Stuck widmete sich anfangs der Landschafts- und Porträtmalerei und entdeckte später seine Vorliebe für mythologische, allegorische und biblische Themen. Mit meisterlichem Talent schuf er Gemälde, Wandbilder und Plastiken, gestaltete die Rahmen seiner Bilder und entwarf die Pläne seiner neoklassizistischen Villa.

Im Laufe der Zeit tauschte Stuck seine anfänglich helle Farbpalette, die er mit nur wenigen Kontrasten versah, gegen satte Töne mit ausgeprägten Farbkontrasten.

Zu Stucks großartigen Werken zählen u. a. „Danae und der Goldregen“, „Quellnymphe von Faunen belauscht“, „Marie mit rotem Hut“, „Sonnenuntergang am Meer“, „Luzifer“, „Tanzende Salome“ und „Medusa“.

Leben

Franz von Stuck wurde am 23. Februar 1863 im niederbayerischen Tettenweis, als Sohn des Müllers Stuck geboren.

Von 1878 bis 1881 besuchte der zeichnerisch sehr talentierte Stuck zunächst die Kunstgewerbeschule und arbeitete im folgenden Jahr für den Verlag Gerlach & Schenk. Hier entwarf er ein mit Allegorien- und Emblementwürfen gefülltes Mappenwerk, an dem sich auch andere Künstler wie beispielsweise Gustav Klimt beteiligten.

1883 schuf Stuck sein berühmtes Ölgemälde „Die Sünde“, das im Stil des Symbolismus entstand.

Zwei Jahre später setzte der Künstler sein Studium an der „Königlichen Akademie der Bildenden Künste“ in München fort. Daneben verdiente er sich seinen Lebensunterhalt als Buchillustrator und zeichnete für die Münchner Zeitschrift "Fliegende Blätter" verschiedene Karikaturen, die ihn schon bald in der bayerischen Hauptstadt bekannt machten.

1889 entstand sein Gemälde „Wächter des Paradieses“, für das er neben einer Goldmedaille auch einen Geldbetrag von 60.000 Mark erhielt.

Gemeinsam mit Wilhelm Trübner gründete Stuck 1892 die Vereinigung „Münchner Sezession“. Die Ausstellungen, die hier stattfanden, trugen später maßgeblich zur Verbreitung der internationalen modernen Kunst bei.

1895 wurde der Künstler zum Professor der Münchner Akademie ernannt. Zu seinen Schülern zählten unter anderem Wassily Kandinsky und Paul Klee.

1896 kam Stucks uneheliche Tochter Franziska Anna Marie-Louise, genannt Mary, zur Welt.

Im Frühjahr des darauffolgenden Jahres heiratete der inzwischen vierunddreißigjährige Künstler Anna Maria, verw. Lindpaintner und adoptierte noch im selben Jahr seine Tochter Mary.

Mit der Errichtung seiner prächtigen Villa in Bogenhausen 1898 ließ Stuck seinen Ideen von einem Gesamtkunstwerk freien Lauf. Neben vielen Möbeln schuf er auch seine wunderbaren Plastiken.

1903 beteiligte er sich an der Gründung des Deutschen Künstlerbundes, wurde Jurymitglied und gehörte dem erweiterten Vorstand des Bundes an.

Ein Jahr später nahm er an der Künstlerbund-Ausstellung mit vier großen Ölgemälden teil.

1905 erhielt Stuck den Verdienstorden der Bayerischen Krone und wurde damit gleichzeitig in den persönlichen Adelsstand erhoben.

In den kommenden Jahren beschäftigte sich der Malerfürst überwiegend mit der Bildhauerei, die er bis zu seinem Tod ausführte.

Am 30. August 1928 starb Franz von Stuck im Alter von 75 Jahren in München.

Aktuell

Die Künstler-Villa Stuck befindet sich noch immer an der Prinzregentenstraße Nr. 60 in Bogenhausen und ist heute Museum und Begegnungsstätte für Menschen, die neben bedeutenden Werken von Stuck auch die Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts erleben möchten.