Sir Henry Raeburn

Sir Henry Raeburn

Sir Henry Raeburn (1756 – 1823) war ein schottischer Porträtmaler des 18./19. Jahrhunderts und zählt zu den Mitbegründern der „Schottischen Schule“ der Malerei.

Mit seinen lebensechten Porträts wie beispielsweise „Mrs. William Mackenzie“, „Mrs. Robert Scott Moncrieff“, „William Ramsay of Barnton“, „Elizabeth Campbell Marchesa di Spineto“, „Miss Eleanor Urquhart“ und „Sir Andrew Cathcart, 4th Bt. of Carleton, in einer Offiziersuniform“, schuf Raeburn eine beachtliche Anzahl an Gesichtern seiner Zeit.

Viele schöne junge Frauen fanden sich auf seiner Leinwand wieder, wenngleich die Darstellungen von älteren Menschen eindeutig überwiegen.

Im Mittelpunkt des Malers stand immer der Porträtierte, weniger der Hintergrund. Und so malte Raeburn mit erstaunlicher Ehrlichkeit, das was er vor sich sah. Zudem schien er ernsthaft interessiert an der Lebensgeschichte seiner Modelle gewesen zu sein, vielleicht auch deswegen, weil er so die entsprechenden Charaktere für seine Porträts noch besser herausfiltern konnte.

Damals nahezu unbekannt zählt das Gemälde „Pfarrer Robert Walker beim Eislaufen auf dem Duddingston Loch“ heute zu Raeburns bekanntestem Werk.

Leben

Henry Raeburn wurde am 4. März 1756 im schottischen Stockbridge bei Edinburgh geboren.

Im Alter von 15 Jahren erlernte er zunächst den Beruf des Goldschmieds und arbeitete anschließend als Graveur.

Nach 1775 begann der junge Künstler dann mit der Miniaturmalerei, wobei er sich überwiegend den Darstellungen von Porträts widmete.

1780 heiratete er Ann Edgar, die wohlhabende Witwe des Grafen Leslie von Deanhaugh und Tochter von Peter Edgar von Bridgelands.

Vier Jahre später folgte Raeburn einer Einladung von Sir Joshua Reynolds, dem Präsidenten der „Königlichen Kunstakademie“ in London. Dieser riet ihm Rom zu besuchen, um hier zu studieren und sein Handwerk zu verfeinern.

Finanziert durch seine elf Jahre ältere Frau, begann Raeburn schließlich im Jahr 1784 ein Studium in Rom wo er auf seine Künstlerkollegen Gavin Hamilton und Pompeo Girolamo Batoni traf. Diese inspirierende und so wichtige Zeit wirkte sich nachhaltig auf seine späteren Gemälde aus.

In den kommenden Jahren porträtierte Raeburn zahlreiche Persönlichkeiten der feinen Gesellschaft, darunter den schottischen Philosophen und Mathematiker Dugald Stewart, den schottischen Dichter Robert Fergusson und den schottischen Schriftsteller Henry Mackenzie.

Raeburn, der sein Leben lang ein eher zwiespältiges Verhältnis zu England hatte, spielte im Jahr 1810 mit dem Gedanken nach London zu ziehen. Doch schlussendlich entschied er sich dagegen, schickte aber regelmäßig seine Werke an die Königliche Kunstakademie in London und wurde 1815 hier zum Vollmitglied gewählt.

Im Jahr 1822 empfing Raeburn von König Georg IV. den Ritterschlag und trug von nun an den Titel "Maler Seiner Majestät in Schottland" (His Majesty's Limner for Scotland).

Am 8. Juli 1823 starb Sir Henry Raeburn schließlich im Alter von 67 Jahren in Edinburgh.