Schule Mytens (Meytens) d.J.

Martin van Meytens d.J. (Schule Mytens)

Martin van Meytens d. J. (1695 – 1770) war ein niederländischer Miniatur- und Hofmaler des 18. Jahrhunderts.

Geschult durch seine internationale Ausbildung verband van Meytens ganz unterschiedliche künstlerische Komponente miteinander. Für seine höfischen Repräsentationsporträts folgte er der Tradition des französischen Hochbarocks, seine Farbgestaltung lässt wiederum eine Annäherung an das Rokoko erkennen.

Seine peinlich genaue Feinmalerei erlernte der Maler bereits als Emaille-Miniaturist. Diese beeindruckende Genauigkeit war seinerzeit überaus beliebt und fand unter anderen Künstlern etliche Nachahmer, die jedoch nicht an das Werk van Meytens heranreichten.

Leben

Martin van Meytens (auch Mytens) d. J. wurde am 24. Juni 1695 als Sohn des niederländischen Malers Peter Martin van Mytens d. Ä. in Stockholm geboren.

Seine Ausbildung erhielt er in seiner Geburtsstadt an der Malschule seines Vaters.

1714 reiste der neunzehnjährige van Meytens nach England, wo er u. a. die Porträtgemälde von Anthonis van Dyck studierte. Daneben übte er sich in der Technik der Emaillemalerei.

Drei Jahre später ging er nach Paris und wurde Schüler des Emaillemalers Charles Boit. Mit ihm unternahm er eine Reise nach Dresden, wo er verschiedene Auftragsarbeiten für August den Starken ausführte.

Durch diese und andere Werke genoss van Meytens schon bald einen ausgezeichneten Ruf und wurde besonders in Frankreich als Miniaturist sehr geschätzt. Besonderes Wohlwollen wurde ihm vom Herzog von Orléans entgegengebracht, der ihn protegierte und für besonders lukrative Aufträge sorgte.

1721 besuchte der Künstler zum ersten Mal die Stadt Wien und blieb zwei Jahre. Während seines Aufenthaltes hatte man ihm angeboten als Hofmaler für Kaiser Karl VI. tätig zu werden.

Da sich van Meytens noch nicht zutraute den höfischen Anforderungen gerecht zu werden, reiste er 1723 nach Italien, um hier sein Können zu perfektionieren und mehr Kenntnisse über die Ölmalerei zu gewinnen. Neben Venedig, Rom und Neapel besuchte er die Städte Mailand, Turin und Genua.

Auch in Italien führte er Arbeiten für den Hochadel aus. Selbst Papst Benedikt XIII. zählte zu seinen Auftraggebern.

Nach vier Jahren und mit reichlich Erfahrung im Gepäck hielt sich van Meytens zunächst in seiner Heimat Stockholm auf. 1731 reiste er erneut nach Wien, um sich hier endgültig niederzulassen.

Im darauffolgenden Jahr nahm er seine Arbeit als kaiserlicher Kammermaler auf und erhielt damit auch die Erlaubnis ein Haus zu erwerben. Zu jener Zeit ein Recht, das sonst nur Katholiken zustand.

Während der Regentschaft Maria Theresias ab 1740 avancierte van Meytens zum bedeutendsten Maler des Kaiserhauses und befand sich damit auf der Höhe seines Ruhms. Er betrieb eine repräsentative Werkstatt und eine Fabrik, in der Pigmente und Mineralstoffe für die Malerei hergestellt wurden.

Um 1750 entstand sein Ölgemälde „Maria Theresia“.

1759 wurde van Meytens schließlich zum Direktor der „Wiener Kunstakademie“ ernannt. Die Leitung der großen Werkstatt übertrug er seinem Neffen und Schüler Sophonias de Derichs.

Um 1760 wurde er auf das künstlerische Talent des jungen Bildhauers Franz Xaver Messerschmidt aufmerksam. Um ihn zu unterstützen, verschaffte er ihm eine Anstellung als „Stuckverschneider“ im kaiserlichen Zeughaus.

Wenngleich die Malerei van Meytens Hauptbeschäftigung war, so beherrschte er auch mehrere Sprachen, musizierte mit großer Begeisterung und galt als guter Tänzer. Hinzu kam seine große Leidenschaft für Physik und Alchemie, die ihm besonders bei der Herstellung seiner eigenen Farben von großem Nutzen war.

Am 23. März 1770 starb Martin van Meytens, unverheiratet und kinderlos, im Alter von 74 Jahren in Wien.