Otto Pilny

Otto Pilny

Otto Pilny (1866 – 1936) war ein schweizer Maler tschechischer Abstammung, der seine Werke im Stil des Orientalismus schuf.

Seine erste und wegweisende Reise in den Orient führte Pilny 1875 nach Ägypten. Inmitten der heißen Wüstensonne und der meterhohen Sanddünen entdeckte der Maler seine Leidenschaft für orientalische Motive.

Von nun an hielt er seine Beobachtungen auf unzähligen Ölgemälden fest. Gebannt von der fremdländischen Kultur ließ er sich auch zu seinen erotisch angehauchten Darstellungen inspirieren.

Zu seinem fantastischen Gesamtwerk zählen u. a. seine Gemälde „Karawane mit Sklavinnen“, „Arabischer Reiter in Wüstenlandschaft“, „Porträt eines Orientalen“, „Vergnügung“, „Sklavenmarkt in der Sahara“ und „Der Handel in der Wüste“.

Neben seinen orientalischen Arbeiten entstanden auch Motive seiner Wahlheimat Zürich, wie beispielsweise sein Ölbild „Zürich mit dem Limmat, mit Blick auf die Fraumünsterkirche, St. Peter, Helmhaus und Großmünster“.

Leben

Otto Pilny wurde am 28. Juni 1866 im südböhmischen Budweis geboren.

1873 zog die Familie nach Prag, wo der kleine Otto die Grundschule besuchte. Über seine weitere Schulzeit und die anschließende künstlerische Ausbildung ist kaum etwas bekannt.

Seine erste Reise in den Orient trat Pilny im Jahr 1885 an. In Begleitung seines Hundes, einem Zelt, Proviant und diversen Malutensilien wanderte der Maler rund zwei Jahre auf der Karawanenstraße zwischen Kairo und Tripolis.

Zurück in seiner Heimat Prag begann er vermutlich mit seinem Studium an der hiesigen Kunstakademie.

Eine weitere Orientreise folgte 1889, die ihn erneut nach Ägypten führte und bis 1892 andauerte.

Drei Jahre später nahm er die Zürcher Maria Valentin zur Frau und erhielt daraufhin die Schweizer Staatsbürgerschaft.

Sein Sohn Otto Alexander Pilny kam am 22. März 1897 in Zürich zur Welt und wurde später ebenfalls Maler.

Als im Jahr 1900 die Wiener „Jahresausstellung der Genossenschaft der Bildenden Künstler“ stattfand, präsentierte Pilny sein Gemälde „Abendgebet in der Wüste“.

Wieder zurück in Ägypten wurde er Hofmaler des Vizekönigs. 1906 nahm er den Medschidieh-Orden 4. Klasse entgegen.

Ohnehin waren die exotischen Genrebilder des Schweizer Künstlers begehrte Sammel- und Kaufobjekte, denn das so fremdländische Leben im fernen Orient faszinierte die Menschen besonders in Europa und Amerika. Man wollte ein wenig teilhaben an dem friedlichen Leben im fernen Morgenland, sich an dem bunten Treiben auf den Marktplätzen und an den schönen Orientalinnen erfreuen.

Mit seinen Darstellungen traf Pilny absolut den Nerv der Zeit und seine Bilder gehörten zu den besonders gefragten Bilddarstellungen des 19. Jahrhunderts.

Am 22. Juli 1936 starb Otto Pilny 24 Tage vor seinem siebzigsten Geburtstag in Zürich.