Otto Franz Scholderer

Otto Scholderer

Otto Scholderer (1834 – 1902) war ein deutscher Maler des Realismus und frühen Impressionismus, dessen Werk in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand.

Scholderers künstlerische Themen reichen von Landschaftsdarstellungen bis hin zu Genreszenen, Porträts und Stillleben, die er in einem eigenwilligen und kräftigen Malstil schuf.

Mit Gemälden wie „Bachlandschaft im Schwarzwald“, „Bildnis einer alten Frau“, „Kupferkübel mit Pfingstrosen“, „Jagdstillleben mit aufgehängtem Hasen“, „Kind mit Katze“, „Strickendes Mädchen“, „Der Geiger am Fenster“ und „Altes Bauernhaus in Yorkshire“ avancierte der Maler bereits zu Lebzeiten zu einem der bedeutendsten Künstlern Europas.

Leben

Otto Scholderer wurde am 25. Januar 1834 als Sohn des Schuldirektors Johann Christoph Scholderer in Frankfurt a. Main geboren.

Über seine Kinder- und Jugendzeit ist nicht viel bekannt geworden, wohl aber, dass er bis zum Alter von 15 Jahren die „Musterschule“ besuchte, an der sein Vater als Direktor tätig war. Bereits in dieser Zeit fiel sein besonderes Zeichentalent auf.

Nach Beendigung seiner Schulzeit im Jahr 1849 begann Scholderer sein Studium an der „Städelschen Kunstakademie“. Hier blieb er bis 1851 und ließ sich in dieser Zeit u. a. von dem Kunsthistoriker Johann David Passavant und dem Maler Jakob Becker unterrichten.

Zwischen 1857 und 1858 unternahm er mehrere Studienreisen, die ihn immer wieder nach Paris führten. Hier begegnete er dem französischen Maler Henri Fantin-Latour und freundete sich mit ihm an. Zudem entwickelte er eine große Verehrung für den Maler Edouard Manet, was sich auch in einem Großteil seiner Werke widerspiegelt.

Ab 1860 lebte der Künstler abwechselnd in Frankfurt, Kronberg und im Schwarzwald.

Während eines Aufenthaltes in Düsseldorf lernte Scholderer den Schwarzwälder Hans Thoma kennen. Gemeinsam reisten die beiden Maler 1868 nach Paris.

Erst nach Ausbruch des Deutsch/Französischen Krieges kam Scholderer wieder nach Deutschland zurück. Doch hier konnte er sich als Künstler nicht so recht etablieren und so zog er schließlich nach London, wo seine Stillleben und Bildnisse viele Freunde und Käufer fanden.

In den kommenden Jahren nahm Scholderer auch sehr erfolgreich an den jährlichen Ausstellungen der „Royal Academy" teil. Zudem verkehrte er in den interessantesten Kreisen Londons und war aufgrund seines angenehmen Wesens überall ein gern gesehener Gast.

Erst im Frühling 1872 reiste er wieder nach Paris, um hier sein zurückgelassenes Eigentum an sich zu nehmen, das dort während des Krieges beschlagnahmt worden war.

Im Jahr 1899 kehrte Otto Scholderer schwer erkrankt in seine Heimatstadt Frankfurt zurück. Hier unterzog er sich sofort einer Operation, an dessen Folgen er jedoch am 22. Januar 1902 starb.