Michiel Sittow

Michiel Sittow

Michiel Sittow (um 1469 – 1525) war ein estnischer Maler der frühen Niederländischen Schule.

Sittow war hauptsächlich als Porträt- und Hofmaler tätig und gehörte hier zu den besten Künstlern seiner Zeit.

Für seine Gemälde verwendete er transluzente Farbschichten und transportierte mithilfe einer abgeschwächten Tonigkeit eine wunderbare Harmonie in seine Werke.

Zu seinem Oeuvre zählen u. a. die „Die Jungfrau und das Kind“, „Diego de Guevara“, „Porträt des dänischen Königs Christian II.“, „Porträt der Katharina von Aragón“, „Mary Rose Tudor“ und „Bildnis einer Dame“.

Leben

Michiel Sittow wurde um 1469 als Sohn des Holzschnitzers und Malers Clawes van der Sittow und dessen Ehefrau Margarethe Molner (Mölnare) im estnischen Reval, heute Tallinn, geboren.

Als ältester von drei Brüdern wuchs Sittow in wohlhabenden Verhältnissen auf. Ersten Mal- und Zeichenunterricht erhielt er von seinem Vater, der Beisitzer der einflussreichen Tallinner Kanutigilde war.

Nach dem Tod seines Vaters 1482 blieb er zunächst in seiner Heimatstadt. Zwei Jahre später zog er dann nach Brügge, wo er in der niederländischen Werkstatt von Hans Memling weiter studierte.

In den kommenden Jahren arbeitete Sittow dann als freier Porträtmaler.

Seine erste feste Anstellung folgte im Jahr 1492 in Toledo, wo er bis 1504 am Hof der kastilischen Königin Isabella I. tätig war.

Danach erfüllte er verschiedene Auftragsarbeiten u. a. in Toledo, Barcelona, Madrid und in anderen spanischen Städten.

Später führte ihn sein Weg in die Niederlande, wo er als Porträtmaler in den Dienst des burgundischen Herzogs Philipps I. eintrat.

Mit dessen Tod im Jahr 1506 verlor Sittow einen seiner wichtigsten Gönner. Der Tod seiner Mutter traf ihn im selben Jahr und so kehrte er zurück in seine Geburtsstadt Tallinn. Nach Klärung einiger Erbschaftsstreitigkeiten begann Sittow als Geselle seine künstlerischen Fähigkeiten weiter zu schulen.

Mit seinem offiziellen Meisterwerk bewarb sich der Künstler dann im Jahr 1507 um die Mitgliedschaft in der Kanutigilde.

Sieben Jahre später erhielt Sittow einen Porträtauftrag des dänischen Königs II. aus Kopenhagen.

Ab 1515 wirkte der Künstler dann an verschiedenen europäischen Höfen, wie beispielsweise in den Niederlanden und Spanien.

1517 ließ er sich endgültig in Tallinn nieder und heiratete im folgenden Jahr die begüterte Kaufmannstochter Dorothie Allunsze. Aus dieser Verbindung ging ein gemeinsamer Sohn hervor, der jedoch Mitte der 1530er Jahre starb.

1523 wurde Sittow Beigeordneter der Kanutigilde. Noch im selben Jahr schloss er sich der Reformation an.

Im Dezember 1525 starb Michiel Sittow in seiner Heimatstatt Tallinn an der Pest und wurde in der hiesigen Nikolaikirche beigesetzt.