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Wilhelm Morgner
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Wilhelm Morgner: Sämann. 1911

Wilhelm Morgner

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Wilhelm Morgner

Wilhelm Morgner (1891 – 1917) war ein deutscher Maler und Grafiker und zählt zu den wichtigen Vertretern des Expressionismus in Westfalen.

Morgners Malweise zeigte sich zu Beginn seines Schaffens auffallend naturalistisch und noch wenig experimentierfreudig. Doch bereits in seinem Frühwerk findet sich eine wachsende Abstraktheit, die auf eine deutliche Richtungsänderung hinweist.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich Morgner immer mehr zu einem Ausnahmetalent des Expressionismus. Seine Bilder überzeugen mit einer lebendigen Farbpalette und einer perfekten Harmonie zwischen Linien, Kreisen, Wellen und Punkte.

Immer wieder suchte Morgner nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen und ließ sich dabei von verschiedenen Malern wie beispielsweise Rembrandt, van Gogh oder auch Delaunay inspirieren.

Durch den frühen Tod des Künstlers währte seine Schaffenszeit nur kurz. Dennoch hinterließ Morgner einen ansehnlichen Bildbestand, von dem rund 200 Gemälde und etwa 2000 Zeichnungen bekannt sind. Hierzu zählen seine Werke „Der Holzarbeiter, „Frau mit brauner Schubkarre“, „Sämann“, „Kleine Brücke bei Soest“, „Selbstbildnis mit Strohhut“ und „Der Ziegelbäcker“.

Leben

Wilhelm Morgner wurde am 27. Januar 1891, als Sohn des ehemaligen Militärmusikers und späteren Eisenbahnschaffners August Morgner und dessen musisch veranlagte Ehefrau Maria in Soest geboren.

Bereits am 27. November 1892 starb Morgners Vater an einem Lungenleiden. Seine Mutter musste nun ihn und die im Juli geborene Schwester Maria „Mimy“ alleine aufziehen.

Ab 1897 besuchte Morgner die evangelische Volksschule in Soest. Seine freie Zeit verbrachte er am liebsten mit Zeichnen und dem Herumstreifen in den Gassen und Feldwegen seiner Heimatstadt. Bald bekam er von seiner Mutter einen Malkasten geschenkt und fortan malte der Junge alles, was ihm vor das Auge kam. Wenig Begeisterung empfand er hingegen für den Schulunterricht, den er lästig und wenig interessant fand.

Morgners Mutter wünschte sich, dass ihr Sohn einmal Pfarrer werden würde. 1901 schickte sie ihn auf das Soester Archigymnasium. Die vielen Zeichnungen und Karikaturen, die er dort immer wieder von seinen Lehrern anfertigte, brachten ihm regelmäßig Tadel und Hiebe ein.

Im Jahr 1907 begann er mit dem Verkauf seiner Zeichnungen. Er inszenierte gemeinsam mit einem Mitschüler kostenpflichtige Vorstellungen, bei denen er einen „kinematographischen Apparat“ vorführte. Von den Einnahmen wollten die beiden Jugendlichen eine Schiffspassage nach Amerika kaufen. Doch weiter als bis nach Amsterdam kamen sie nicht.

Nachdem Morgner wieder unbeschadet heimgekehrt war, erlaubte ihm seine Mutter schließlich Maler zu werden.

Mit dem Zeugnis zum „Einjährigen“ verließ Morgner 1908 das Gymnasium und nahm im Folgejahr einige Monate Unterricht in der privaten Kunstschule von Georg Tappert.

Neben einem Schuppen, den er in der Soester Kesselstraße als Malerwerkstatt nutzte, richtete er sich 1909 in dem Dorf Hattrop, nahe Soest, ein weiteres Atelier ein.

Von April bis Juni 1910 hielt sich Morgner in der neu eröffneten Berliner Malschule von Georg Tappert auf. Wieder zurück in Soest malte er in seinem Schuppen in der Kesselstraße.

Im Herbst desselben Jahres stellte der junge Künstler im Soester Burghofmuseum einige seiner grafischen Arbeiten aus.

1911 reiste Morgner nach Berlin und besuchte seinen ehemaligen Lehrer Georg Tappert, der ihn drängte, sich an der vierten Ausstellung der Neuen Sezession zu beteiligen. So wurde auf der Ausstellung Morgners Gemälde „Holzarbeiter“ gezeigt. Auf weiteren Ausstellungen wurden u. a. die Bilder „Landschaft“, „Lehmarbeiter“ und „Brunnenbauer“ vorgestellt.

Ab 1913 veröffentlichte Morgner auch in dem Kunstmagazin „Die Aktion“. Im selben Jahr wurde er zum Militärdienst eingezogen. Während dieser Zeit hielt er weiterhin Kontakt zu Georg Tappert und konnte mit dessen Hilfe einige seiner Werke ausstellen.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges kämpfte Morgner an der Westfront und wurde 1914 aufgrund einer Fußverletzung in ein Berliner Lazarett eingeliefert. Nachdem seine Gesundheit wiederhergestellt war, diente er im Jahr 1915 an der Ostfront, wo er zum Unteroffizier befördert wurde. Außerdem erhielt er das Eiserne Kreuz zweiter Klasse.

1916 diente der Künstler als Zeichner in Bulgarien und Serbien und durfte Weihnachten in seiner Heimat Soest verbringen.

Die ersten Monate des Jahres 1917 diente er dann wieder in Serbien. Danach wurde er nach Flandern versetzt, wo er sich der Gefangennahme durch britische Soldaten widersetzte und schließlich tödlich verletzt wurde.

Am 16. August 1917 starb Wilhelm Morgner im Alter von 26 Jahren in Langemark, Westflandern.

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