Sir John Lavery

Sir John Lavery

Sir John Lavery (1856 –1941) war ein irischer Maler, der insbesondere für seine gesellschaftlichen Porträts bekannt wurde.

Anfangs arbeitete Lavery in einem Fotostudio und betrieb seine Malerei nur nebenbei, als Zeitvertreib und Hobby. Doch mit der Zeit entwickelte er sich in seiner Kunst weiter und die Malerei wurde schließlich zu seinem Lebensmittelpunkt.

Nachdem sich Lavery als Gesellschaftsporträtist etabliert hatte, avancierte er schon bald zu einem bedeutenden Künstler von internationalem Ruf, der viele Auszeichnungen und Titel für sich gewinnen konnte.

Zu dem überaus reichen Themenspektrum des irischen Künstlers zählen königliche und gesellschaftliche Porträts, wie zum Beispiel „Die Hochzeitsreise“, „Ein Sommernachmittag“, „Mary in Schwarz“ und „Lady Evelyn Farquhar“ sowie Genremalereien, Landschaften und Seestücke.

Leben

Sir John Lavery wurde am 20. März 1856 in Belfast, Irland, geboren.

Schon früh verlor der Junge seine Eltern und wurde in die Obhut seines wohlhabenden Onkels gegeben.

1873 begann er eine Lehre in einem Fotostudio. Das Lehrgeld für seine Assistentenstelle verwendete er für Abendkurse an der „Haldane Academy“ in Glasgow. Daneben eröffnete er ein eigenes kleines Atelier, wo er seine Bilder malte.

1879 wechselte der inzwischen dreiundzwanzigjährige Künstler an die Londoner Kunstschule „Heatherly School of Fine Art“.

In den Sommermonaten hielt sich Lavery in seinem Atelier in Glasgow auf, um hier als Landschaftsmaler zu arbeiten und kehrte erst im Winter wieder an die Akademie in London zurück. Für dieses unübliche Arrangement hatte er die Erlaubnis seiner Lehrer bekommen.

Während seiner Abwesenheit brannte sein Atelier in Glasgow nieder und er erhielt von der Versicherung eine Entschädigung. Mit diesem Geld reiste er nach Paris, um an der „Académie Julian“ zu studieren. Hier war er Schüler von William Adolphe Buoguereau und Tony Robert-Fleury.

Nach seinem Studienaufenthalt in Paris ließ sich der Künstler schließlich in Glasgow nieder, um hier zu leben und zu arbeiten.

Er unternahm ausgedehnte Reisen, die ihn ans Mittelmeer und nach Nordafrika führten. Seine Erlebnisse verarbeitete er anschließend in vielen Zeichnungen und Gemälden.

Ab 1886 nahm Lavery regelmäßig an den Ausstellungen der „Royal Academy of Arts“ in London teil. Außerdem zählte er zu den Mitgliedern der „Glasgow Brotherhood“ und nahm gemeinsam mit Alexander Roche und James Guthrie an Ausstellungen im „Münchner Glaspalast“ und der „Londoner Grosvenor Gallery“ teil.

Im Jahr 1888 meldete sich die Stadtverwaltung in Glasgow bei Lavery und beauftragte ihn, den Besuch der Königin Victoria, die anlässlich der „International Exhibition 1888“ zu Besuch kommen wollte, auf Leinwand festzuhalten. Lavery benötigte zwei Jahre für diese Arbeit, danach konnte das Gemälde ausgestellt werden.

1889 heiratete er Kathleen MacDermott und im darauffolgenden Jahr kam die gemeinsame Tochter Eileen zur Welt. Noch geschwächt von der Geburt erkrankte Laverys Frau an Tuberkulose und starb daran im Jahr 1891.

Seine zweite Ehe schloss der Künstler 1909. Er heiratete die irisch-amerikanische Schönheit Hazel Martyn, die ihm die Tochter Alice gebar. Hazel wurde seine bevorzugte Muse und saß ihrem Mann mehr als 400 Mal Model.

1911 wurde Lavery zum „associate“ der Royal Academy of Arts ernannt und 1918 zum Ritter geschlagen.

Die Vollmitgliedschaft der „Royal Akademie" folgte schließlich im Jahr 1921.

Am 10. Januar 1941 starb Sir John Lavery im Alter von 84 Jahren in County Kilkenny, Irland.