Rudolph Ernst

Rudolph Ernst

Rudolph Ernst (1854 – 1932) war ein österreichischer Maler und Grafiker, der bereits in jungen Jahren nach Frankreich übersiedelte und sich hier als anerkannter Künstler etablierte.

Angefangen hat Ernst mit der Porträtmalerei, die ihm jedoch in Wien keinerlei Erfolg brachte. Erst mit dem Umzug nach Paris und dem Wechsel seiner Sujets verbesserte sich die Lage des Künstlers und schon bald erlangte er besondere Anerkennung mit seinen orientalisch anmutenden Darstellungen.

Mit fließendem Pinselstrich und einer fein nuancierten Farbpalette schuf Ernst zahlreiche Ölgemälde, die sich auffällig weich und harmonisch präsentieren.

Hierzu zählen u. a. „Die Rosenernte“, „Nach dem Gebet“, „Warten auf den Tiger“, „Morgentliches Gebet“, „Der Blumenhändler“, „In der Alhambra“ und „Wächter“.

Leben

Rudolph Ernst wurde am 14. Februar 1854 als Sohn eines Architekten in Wien geboren.

Der Vater, der das Talent seines Sohnes bereits früh erkannte, ermutigte den Jungen, den Weg der Kunst weiter zu verfolgen.

Im Alter von 15 Jahren schrieb sich Ernst in die „Akademie der bildenden Künste“ in Wien ein. Einige Zeit später begab er sich auf eine längere Studienreise nach Rom.

Von 1873 bis 1876 ließ er sich von August Eisenmenger (1830–1907) und Anselm Feuerbach (1829–1880) weiter ausbilden.

Mit seiner Porträtmalerei konnte sich Ernst in Wien nicht etablieren und so beschloss er, sein Glück in der französischen Hauptstadt zu versuchen.

1876 siedelte er nach Paris. Seine ehemaligen Mitschüler bei Feuerbach, Ludwig Deutsch (1855–1935) und Johann Discart, folgten ihm bald nach.

1877 nahm der Künstler erstmalig am Salon „des artistes français“ teil.

Rund drei Jahre später begab er sich dann erneut auf eine Studienreise, die ihn u. a. nach Spanien, Marokko und Konstantinopel führte.

Eine besondere Ehrung erfuhr er im Oktober 1889 auf der Pariser Weltausstellung, wo er mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet wurde.

Ab 1905 lebte Ernst in Fontenay-aux-Roses, einem südlichen Vorort von Paris, wo er sich hauptsächlich der Keramikmalerei widmete und damit auch die Fertigung von Fayence-Kacheln mit orientalistischen Darstellungen verbreitete.

Bis zu seinem Lebensende war der österreichische Maler künstlerisch tätig und hinterließ neben seinen vielen Gemälden auch unzählige Skizzen, die während seiner Reisen entstanden sind.

Im Jahr 1932 starb Rudolph Ernst schließlich in seiner Wahlheimat Frankreich, Foutenauy-aux-Roses bei Paris.