Oberheinischer Meister

Oberrheinischer Meister

berrheinischer Meister (auch Meister des Paradiesgärtleins) bezeichnet einen unbekannten oberrheinischen Maler, der in der Spätgotik tätig war.

Zu seinem bekanntesten Werk zählt das „Paradiesgärtlein“. Das erklärt damit auch die Verbindung zu seinem Namen. Das Gemälde, das wahrscheinlich um 1410/1420 entstand, wurde auf einer 26,3 Zentimeter hohen und 33,4 Zentimeter breiten Eichentafel gemalt. Seit 1921 befindet sich das Werk als Dauerleihgabe im Städel Museum in Frankfurt.

Daneben brachte seine Werkstatt noch weitere Arbeiten hervor, die stilistisch dem „Weichen Stil“ zuzuordnen sind. Dieser zeigt sich durch die große Zartheit der Darstellung, insbesondere der Gesichter mit ihren feinen Augen, kleinen Mündern und weichen Konturen. Auffallend sind auch die überlangen Finger und die anmutigen Körperhaltungen, die sich u. a. in den Werken „Junge Frau mit Blütenranke“, „Die Verkündigung“, „Kreuzigung Christi“ und „Madonna mit Kind“ erkennen lassen.

Doch welcher Künstler verbirgt sich nun eigentlich hinter der Bezeichnung „Oberrheinischer Meister“? In der Forschung gab und gibt es regelmäßig Versuche, den Oberrheinischen Meister irgendwie mit einem bekannten Künstler in Verbindung zu bringen. Doch bis heute führte keine dieser Recherchen zu einem eindeutigen Ergebnis, wenngleich der Maler Hans Tiefental, der zwischen 1418 und 1448 in Schlettstadt, Basel und Straßburg nachgewiesen ist, in den Fokus rückte.

Auch der Maler Sebald Fyoll wurde erwähnt und für den möglichen Maler des Werkes „Das Paradiesgärtlein“ vorgestellt. Ein Indiz hierfür ist der zeitliche Rahmen seines künstlerischen Schaffens und die Apfelschalen auf dem Tisch des Gemäldes, die eine verschlüsselte Signatur mit "SE" erkennen lassen. Zudem könnten die abgebildeten Veilchen auf die Familie Fyoll (Veilchen) hindeuten.

Trotz vieler Vermutungen, die sich um den Oberrheinischen Meister ranken, bleiben immer noch viele Fragen unbeantwortet. Doch seine wunderbaren Werke bleiben davon unberührt und begeistern bis heute die Kunstliebhaber auf der ganzen Welt.