Meister von Flémalle (Robert Campin)

Meister von Flémalle (Robert Campin)

Robert Campin (um 1375 – 1444) war ein flämischer Maler und gehörte zu den innovativsten europäischen Künstlern des 15. Jahrhunderts.

Campin, auch Meister von Flémalle genannt, war ein Vorreiter der detailgetreuen und wirklichkeitsnahen Darstellung. Neben Hubert und Jan van Eyck trieb der flämische Künstler gemeinsam mit seinem bedeutendsten Mitarbeiter Rogier van der Weyden die Entwicklung der „Altniederländischen Malerei“ voran.

Zu den Werken, die Campin und seiner Werkstatt zugeschrieben werden, zählen u. a. die mit Ölfarben auf Eichenholz gemalten „Flémaller Tafeln“ mit der „Die heilige Veronika“ und „Maria mit dem Kinde“.

Leben

Robert Campin wurde 1375 in Belgien geboren.

Erste Aufzeichnungen über seine Arbeit finden sich im Jahre 1406 im belgischen Tournai, wo er als freier Meister der Malergilde erwähnt wird.

1410 erwarb Campin die Bürgerrechte von Tournai und führte dort regelmäßig Auftragsarbeiten für die Behörden der Stadt aus. Außerdem wurde er mit verschiedenen öffentlichen Ämtern betraut, so war er u. a. Vorstand in der Kirchengemeinde und Schatzmeister eines Klosters.

Im Juli 1432 musste sich Campin vor Gericht verantworten, da er mit Leurence Polette ein Verhältnis hatte, obwohl er zur selben Zeit mit Ysabiel de Stocquain verheiratet war. Er wurde zur Verbannung verurteilt und war dadurch genötigt, seine Werkstatt vorübergehend zu schließen. Sein wichtigster Mitarbeiter Rogier van der Weyden gründete daraufhin eine eigene Werkstatt.

Im Oktober desselben Jahres kehrte Campin nach Tournai zurück und nahm seine Tätigkeit in seiner Werkstatt wieder auf. Allerdings verringerte sich die Anzahl der öffentlichen Aufträge in den letzten 13 Jahren seines Lebens auf gerade einmal fünf Arbeiten.

Am 26. April 1444 starb Robert Campin in Tournai, Belgien.