Meister der Goldenen Tafel

Meister der Goldenen Tafel

Hinter der Bezeichnung „Meister der Goldenen Tafel“ verbirgt sich ein vermutlich aus Göttingen stammender gotischer Maler, der zwischen 1410 und 1418 die Altarbilder der „Goldenen Tafel“ in der Michaeliskirche in Lüneburg schuf. Doch offensichtlich war er nicht der alleinige Schöpfer des Altars, denn inzwischen ist bewiesen, dass mindestens eine weitere Person an der Arbeit beteiligt war.

Der hölzerne Hochaltar, auch „Goldene Tafel“ genannt, war ein kostbarer Reliquienschrein, der mit opulentem Schnitzwerk versehen war. Die Heiligenfiguren und auch die gemalten Darstellungen zeigten Szenen aus dem Leben Jesus Christi. So zierte beispielsweise „die eherne Schlange“ den linken Außenflügel der Tafel.

Durch einen Kunstraub im Jahr 1698 verschwanden große Teile des vergoldeten Altars und gelten als verloren. Die beiden Flügel mit den kostbaren Gemälden des „Meisters der Goldenen Tafel“ blieben jedoch erhalten und werden heute im „Landesmuseum Hannover“ aufbewahrt.

Über den „Meister der Goldenen Tafel“ gibt es nur wenige Informationen, jedoch soll er ursprünglich aus Göttingen stammen. Vermutlich war er Besitzer einer eigenen Werkstatt in Lüneburg und schuf hier wahrscheinlich in direkter Zusammenarbeit mit dem ebenfalls unbekannten Schnitzmeister des Altars seine Tafelbilder.

Das gotische Prunkstück lässt auch heute noch die Herzen der Kunstexperten höherschlagen und entlockt ihnen so manche Schwärmerei. Da wird der Altar auch gerne mal als Ikone bezeichnet und mit der „Mona Lisa“ verglichen.

In einem Forschungsprojekt gehen Berliner Wissenschaftler gemeinsam mit ihren Kollegen aus Hildesheim, Frankfurt und Hannover auf Spurensuche, um letzte Rätsel der „Goldenen Tafel“ zu lösen. Hierzu wollen die Wissenschaftler das Altarholz genauer unter die Lupe nehmen, dabei die Jahresringe analysieren und das genaue Alter der Holzschnitzarbeiten datieren.

Und noch eine weitere Frage beschäftigt die Wissenschaft: Wer gab diesen sieben Meter langen Altar in Auftrag? Vielleicht doch der Adel? Vieles spricht dafür, da die Motive aussehen, als wären sie gezielt für eine Grabeskirche gewählt worden.

Seit Anfang 2016 wird der mittelalterliche Kunstschatz bereits restauriert. Dabei werden in feinster Kleinarbeit Schmutzschichten und bräunliche Überzüge abgetragen und alte Fehlstellen aufgefüllt. Spätestens 2018 soll die Goldene Tafel wiederhergestellt sein und sich im neuen Glanz präsentieren.