Max Liebermann

Max Liebermann

Max Liebermann

Max Liebermann (1847 – 1935) war ein deutscher Maler und Grafiker und zählt zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Impressionismus.

Anfangs schuf Liebermann naturalistische Werke mit sozialem Inhalt, wie beispielsweise die Gemälde „Geschwister“, „Gänserupferin“ und „Arbeiter im Rübenfeld“ zeigen.

Später dann fand er zu einem impressionistischen Stil, der sich mit einer pastelligen Farbigkeit und einem dynamischen Farbauftrag zeigt. Zudem wendete er sich Darstellungen des bürgerlichen Strand- und Freizeitvergnügens zu. Hierzu zählen die Bilder „Zwei Reiter am Strand“,„Tennisspieler am Meer“, „Gartenlokal an der Havel“ und „Das Ausflugsrestaurant Oude Vink“

Bereits zu Lebzeiten konnte Liebermann gut von seiner Kunst leben und schaffte mit seiner Malerei den Sprung vom 19. Jahrhundert in die Moderne.

Leben

Max Liebermann wurde am 20. Juli 1847 als Sohn des jüdischen Textilfabrikanten Louis Liebermann und dessen Ehefrau Philippine in Berlin geboren.

Nach dem Besuch der Primarschule wechselte der junge Liebermann auf die Dorotheenstädtische Realschule. Neben dem Unterricht vertrieb er sich die Zeit mit Zeichnen, was von seinen Eltern eher zögerlich gefördert wurde.

Als Liebermann zehn Jahre alt war, erwarb sein Vater ein repräsentatives Palais am Pariser Platz 7, nahe dem Brandenburger Tor. Obwohl das Haus genügend Räume besaß, teilten sich die Liebermann-Söhne ein gemeinsames Zimmer. Ein Glasfenster in der Wand diente vor allem dazu, um die Schularbeiten der Sprösslinge beaufsichtigen zu können.

1859 gab Liebermanns Vater bei der Malerin Antonie Volkmar ein Ölgemälde seiner Frau in Auftrag. Während seine Mutter Model saß, begann der Zwölfjährige aus Langeweile zu zeichnen. Das war der Startschuss für Liebermanns künstlerische Karriere. Noch als betagte Frau war die Malerin Antonie Volkmar stolz darauf gewesen, den „großen Liebermann“ entdeckt zu haben.

Doch die Eltern des Knaben waren wenig begeistert von dessen Malerei. Dennoch gestatteten sie ihm, privaten Mal-und Zeichenunterricht bei Eduard Holbein und Carl Steffeck zu nehmen.

Die Realschulzeit brachte Liebermann mit Ach und Krach hinter sich. Häufig schweiften seine Gedanken ab und dadurch fehlten ihm die richtigen Antworten. Seine Mitschüler hänselten ihn und so flüchtete er sich immer wieder in vermeintliche Krankheiten. Zudem kam, dass seine zeichnerische Begabung den Eltern nicht viel zählte, auch wenn sie ihm doch recht viel Liebe und Verständnis entgegenbrachten.

1866 machte Liebermann das Abitur und errang bei seinen Prüfungsergebnissen den vierten Platz seines Jahrgangs.

Nach dem Abitur schrieb er sich an der Friedrich-Wilhelm-Universität ein. Als Vorwand wählte er das Studium der Chemie, doch anstatt die Vorlesungen zu besuchen, ritt er aus oder malte. Daneben war er bei Carl Steffeck häufig als Gehilfe tätig. Bei ihm lernte er auch Wilhelm Bode kennen, seinen späteren Förderer und Direktor des Kaiser-Friedrich-Museums.

Am 22. Januar 1868 wurde Liebermann exmatrikuliert, was einen intensiven Konflikt mit dem Vater zur Folge hatte. Doch schließlich ermöglichten ihm seine Eltern das Studium an der „Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule“ in Weimar.

1873 zog der Künstler nach Paris, wo er sich u. a. durch Jean-François Millet und die altniederländische Kunst inspirieren ließ.

1884 kehrte Liebermann nach Berlin zurück, wo er Martha Marckwald zur Frau nahm. Im darauffolgenden Jahr wurde die Tochter Käthe geboren.

1894 nahm der Künstler an einer Ausstellung des „Pariser Salons" teil. Danach wendete er sich von den Arbeitsbildern nach holländischem Vorbild ab und widmete sich zunehmend der modernen französischen Kunst.

Zwei Jahre später veröffentlichte Liebermann mit der Studie über den französischen Maler Edgar Degas seine erste schriftstellerische Arbeit. Der Artikel erschien in der Zeitschrift „PAN“.

Zum 50. Geburtstag des Künstlers wurde sein Werk in der Akademieausstellung gewürdigt und Liebermann zum Professor der „Königlichen Akademie der Künste“ in Berlin ernannt.

1898 empfahl er als Mitglied der Jury der „Großen Berliner Kunstausstellung" Werke von Käthe Kollwitz und Walter Leistikow zur Prämierung. Nach Ablehnung durch Wilhelm II. und weiteren Mitgliedern der Jury gründete Liebermann gemeinsam mit anderen Künstlern die "Berliner Secession".

Sechs Jahre später verweigerte die Berliner Vereinigung die Teilnahme an der Weltausstellung in St. Louis, da ihr eine freie Auswahl der Bilder verwehrt wurde. In dieser Zeit widmete sich Liebermann verstärkt der Porträtmalerei.

1914 schloss er sich der im Jahr 1910 abgespaltenen „Freien Secession" an.

1920 wurde Liebermann zum Präsidenten der nunmehr „Preußischen Akademie der Künste“ ernannt. Sieben Jahre später erhielt er die Ehrenbürgerschaft der Stadt Berlin.

Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten verlor der jüdische Künstler im Jahr 1933 sein Amt als Präsident der „Preußischen Akademie der schönen Künste“. Verbittert zog er sich in seine Sommervilla am Wannsee zurück.

Am 8. Februar 1935 starb Max Liebermann schließlich im Alter von 87 Jahren in seinem Haus am Pariser Platz in Berlin.