Marinus van Reymerswaele

Marinus van Reymerswaele

Marinus van Reymerswaele (um 1490 – 1546) war ein flämischer Renaissancemaler, der neben biblischen Darstellungen vor allem Genreszenen malte, in die er modeaffine Banker, Händler und Steuereintreiber in den Mittelpunkt setzte.

Mit sorgsamen Pinselstrichen und einer höchst talentierten Detailgenauigkeit übertrug der Künstler die verpönte Gier und Habsucht auf seine Leinwand. Damit traf er den Puls der Zeit, was ihm nicht nur in seinem Heimatland, sondern auch in Italien und Spanien, zu großem Erfolg und Ansehen verhalf.

Zum Oeuvre des flämischen Malers zählen u. a. die Gemälde „Ein Steuereintreiber mit seiner Frau“, „Der Notar“, „Die Geldwechsler“, „Zwei Steuereintreiber“, „Die Geizigen“, „Der heilige Hieronimus in seinem Studierzimmer“, „Szene aus dem Leben von Jesus“ und „Berufung von Matthäus“.

Leben

Marinus van Reymerswaele wurde um 1490 als Sohn eines Mitglieds der Antwerpener Malergilde in Reimerswaal geboren.

Der künstlerisch ambitionierte Knabe studierte im Jahr 1504 zunächst in Leuven. Anschließend wurde er in Antwerpen ausgebildet und zwar zu einer Zeit, als Quentin Massys der führende Maler der Stadt war.

Und so setzte Reymerswaele mit seinen realistischen und zum Teil expressionistischen Darstellungen die Tradition von Massys’ Genremalerei fort. Seine moralisierenden Gemälde spiegelten das Klima der Reformation wider und trafen mit ihren karikaturhaften Darstellungen den Zeitgeschmack.

Reymerswaele arbeitete wahrscheinlich zwischen 1531 und 1540 in seiner Heimatstadt, deren Name er später annahm. Anschließend zog er in die niederländische Gemeinde Goes, wo er schließlich im Jahr 1546 starb.

Aktuell

Heute befinden sich einige der besten Werke des Künstlers im „Museo del Prado“, in der „Academia San Fernando“ in Madrid, im „Kunsthistorischen Museum“ in Wien, im „Museum der Schönen Künste“ in Antwerpen und im „Museo del Bargello“ in Florenz.