Louise Moillon

Louise Moillon

Louise Moillon (1610 – 1696) war eine berühmte französische Stilllebenmalerin des 17. Jahrhunderts.

In kunstvoller Ausführung malte Moillon geflochtene Körbe, Schüsseln aus feinem Porzellan und Schalen aus Edelmetall, in denen sie anschließend ihr appetitliches Obst und Gemüse präsentierte.

Man möchte hineinbeißen in diese prallen, samtigen Pfirsiche und beim Anblick der so köstlich aussehenden Pflaumen kommt vielleicht die Lust auf einen frischgebackenen Obstkuchen mit Sahne.

Genau diese Ästhetik zeichnet die realistischen und detailgetreuen Sujets der französischen Künstlerin aus, deren wunderbare Werke größtenteils vor ihrer Ehe entstanden.

Neben reinen Stillleben, wie beispielsweise „Korb mit Pfirsichen und Trauben“, „Stillleben mit Schüssel Curacao Orangen“, „Pflaumen in einem Korb“, „Pfirsiche und Weintrauben in einer blauweißen chinesischen Porzellanschale“ und „Stillleben mit Spargel“, entstanden auch einige Früchte- und Gemüsestillleben, in die Moillon Personen und Tiere integrierte. Ein Beispiel hierfür ist das Gemälde „La marchande de fruits et de légumes“, das sich heute im Pariser Louvre befindet.

Leben

Louise Moillon wurde im Jahr 1610 als Tochter des protestantischen Porträt- und Landschaftsmalers Nicolas Moillon (1555-1619) in Paris geboren.

Inmitten einer Umgebung von Künstlern, insbesondere Malern, wuchs die kleine Moillon heran und erhielt ihren ersten Mal- und Zeichenunterricht von ihrem Vater. Genau wie zuvor ihr sechs Jahre älterer Bruder Isaac, der später ebenfalls ein berühmter Maler wurde.

Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1619 heiratete die Mutter den Stilllebenmaler und Gemäldehändler François Garnier.

Schon bald führte die junge Moillon unter ihrem Stiefvater ihre künstlerische Ausbildung fort.

Als ihre Mutter im Jahr 1630 verstarb, hatte sie bereits ihre ersten Stillleben verkauft.

Mit 31 Jahren heiratete die Malerin den gut situierten und ebenfalls protestantischen Holzhändler Etienne Girardot de Chancourt. Damit endete auch gleichzeitig ihre künstlerische Karriere, denn wie bei vielen anderen Kunst schaffenden Frauen ihrer Zeit lag nun der Fokus hauptsächlich auf dem jungen Familienleben.

1685 erklärte Ludwig XIV. in dem neuen Edikt von Fontainebleau den Katholizismus als Staatsreligion. Damit erließ er u. a. ein Verbot der Gottesdienste des Protestantismus.

Die Verfolgung der Protestanten brach nun auch mit voller Wucht über Moillons Familie herein. Neben Drohungen und tätlichen Übergriffen musste sie auch erleben, wie zwei ihrer Kinder nach England flohen. Ihr Mann wurde in Haft genommen und eingekerkert.

Trotz alledem blieben er und Moillon bis zu ihrem Lebensende ihrer protestantischen Überzeugung treu.

Im Jahr 1696 starb Louise Girardot (Moillon) in ihrer Heimatstadt Paris.