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Joseph Karl Stieler
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Joseph Karl Stieler: Auguste Hilber, geb.Strobl. 1827. Aus der Schönheitengalerie König Ludwig's I.

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Joseph Karl Stieler: Bildnis der Lola Montez (1820-1861). Gemalt 1847

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Joseph Karl Stieler

Joseph Karl Stieler (1781 – 1858) war ein deutscher Maler, der durch seine hochwertigen und idealisierten Porträts bekannt wurde.

Anfangs widmete sich der Künstler der barocken Miniaturmalerei, doch schon bald folgte er dem Stil des Klassizismus der französischen Schule. Eine weitere Entwicklung präsentierte er dann in seinem Spätwerk, das bereits frührealistische Züge erkennen ließ.

Für die Schönheitengalerie König Ludwigs I., schuf Stieler zahlreiche Frauenporträts aus Adel und Bürgertum, wie beispielsweise die Ölgemälde „Nanette Kaula“, „Helene Sedlmayr“, „Charlotte von Owen, geb. von Hagen“, „Antonia von Ott, geb. Wallinger“, „Cornelia Vetterlein“ und „Auguste Strobl“, die noch heute im inneren südlichen Pavillon des Schlosses Nymphenburg aufbewahrt werden.

Zudem schuf Stieler die beiden weltberühmten Porträts von „Ludwig van Beethoven“ und „Johann Wolfgang von Goethe“.

Leben

Joseph Karl Stieler wurde am 1. November 1781 als Sohn des Stempelschneiders der kurfürstlichen Münze in Mainz, August Friedrich Stieler und dessen Frau Philippine in Mainz geboren.

Wie seine älteren Brüder erhielt auch der junge Stieler den ersten Zeichenunterricht von seinem Vater und schon bald übertraf er die künstlerischen Ergebnisse seiner Geschwister.

Im Alter von acht Jahren verstarb Stielers Vater plötzlich. Die schwierigen finanziellen Verhältnisse seiner Familie veranlassten ihn schließlich, seine künstlerische Ausbildung selbstständig in die Hand zu nehmen.

So übte er sich weiter im Zeichnen und eroberte als Autodidakt nach und nach die Kunst der Miniaturmalerei. Neben seiner sorgfältigen Arbeitsweise zeichnete ihn besonders seine große Aufgeschlossenheit gegenüber neuen künstlerischen Ideen aus.

Mit einer Miniatur seiner Schwester, die für deren Verlobten bestimmt war, erweckte er auch bei seinem Schwager in spe große Aufmerksamkeit. Das veranlasste Stieler noch intensiver seiner künstlerischen Tätigkeit nachzugehen.

Das gestiegene Interesse der Bürger nach Porträts kam ihm da gerade recht. Dank der zunehmenden Aufträge war er nun auch in der Lage, seine Familie finanziell zu unterstützen.

Um sein künstlerisches Talent nun auch professionell zu fördern, ließ sich Stieler 1798 zwei Jahre von Johann Christoph Fesel unterrichten. Bei ihm erlernte er beispielsweise den korrekten Umgang mit den Ölfarben.

1802 nahm er dann sein Studium an der „Königlichen Akademie der Künste“ in Wien auf. Hier erhielt er von dem Leiter Heinrich Friedrich Füger den Rat, das Miniaturmalen doch aufzugeben, um größere Werke zu schaffen.

Im Jahr 1805 beendete Stieler mit Erfolg sein Studium und begab sich direkt im Anschluss auf eine Arbeitsreise nach Russland. Aus politischen Gründen endete seine Reise bereits in Polen, wo er sich schließlich für einige Zeit niederließ und zahlreiche Aufträge erfüllte.

1807 kehrte der Künstler wieder nach Wien zurück und reiste noch im selben Jahr nach Paris, wo er wichtige gesellschaftliche Kontakte knüpfte. Daneben studierte er u. a. bei François Gérard und ließ sich von dessen klassizistischen Einflüssen inspirieren. Damit hatte für Stieler ein künstlerischer Neuanfang begonnen.

Zur selben Zeit plagte ihn eine Augenerkrankung, die ihn in seiner künstlerischen Arbeit so stark beeinträchtigte, dass er Angst um seine Zukunft als Maler hatte. Bis sein Augenleiden zurückging, verbrachte er eine Zeit voller Verzweiflung und Untätigkeit.

Ab dem Jahr 1812 arbeitete der Künstler am bayerischen Hof für König Maximilian I., wo er als Porträtist zahlreiche Gemälde schuf. Acht Jahre später wurde er schließlich zum Hofmaler ernannt.

1818 heiratete er die aus Russland stammende Pauline Luise Beckers, mit der er bis zum Jahr 1830 eine harmonische Ehe führte. Als seine Frau im selben Jahr starb, brach für Stieler eine Welt zusammen. Doch auch in dieser schweren Zeit schuf er zahlreiche Gemälde und unternahm weitere Reisen.

Drei Jahre später vermählte er sich mit der Dichterin Josephine von Miller. Auch wenn er den Verlust seiner ersten Frau nie ganz überwinden konnte, war auch diese Ehe glücklich.

Aufgrund der politisch angespannten Lage in Bayern und der Abdankung König Ludwig I. von Bayern musste sich auch Stieler mit dem Wandel der Zeit auseinandersetzen. Er war nach wie vor produktiv und ständig auf der Suche nach neuen künstlerischen Wegen.

1855 folgte man seinem Wunsch, ihn als Hofmaler zu pensionieren.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in seinem 1830 erbauten Sommerhaus am Leeberg in Tegernsee.

Am 9. April 1858 starb Joseph Karl Stieler im Alter von 76 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung und Lähmungserkrankung in München.

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