Josef R. Witzel

Josef R. Witzel

Josef R. Witzel (1867 – 1925) war ein deutscher Maler, Illustrator und Plakatkünstler des 19./20. Jahrhunderts.

Witzel schuf neben einigen Ölgemälden, wie beispielsweise der farbintensiven Darstellung „Die Japaner“, vor allem Buch- und Zeitschriftenillustrationen, u. a. auch für das Magazin „Jugend“ sowie Plakate für die Werbung.

Für den Autokonzern „Audi“ entstand 1912 das höchst dekorative Werbeplakat „Audi“ mit dem Slogan „Audi, der Rassewagen“. Die Lithografie zeigt eine lachende Frau mit ihrem Pferd, die in einer lässigen Pose, den rechten Unterarm auf einer geöffneten Tür eines Automobils gestützt, den nagelneuen Audi präsentiert.

Leben

Josef R. Witzel wurde am 27. September 1867 in Frankfurt a. Main geboren.

Nach seiner Schulzeit studierte Witzel zunächst am „Städelschen Institut“ in Frankfurt, wo er von dem österreichischen Maler Edward Jakob von Steinle, auch unter dem Namen Eduard von Steinle bekannt, unterrichtet wurde.

Danach wechselte er an die „Großherzoglich Badische Kunstschule“ und studierte weiter unter Caspar Ritter.

Ab 1890 lebte und arbeitete der dreiundzwanzigjährige Witzel dann in München. Er wurde Mitarbeiter der sechs Jahre später gegründeten Wochenschrift für Kunst und Leben „Jugend“. Er schuf zahlreiche Illustrationen, darunter Deckblätter für die Zeitschrift, Karikaturen und andere satirische Zeichnungen.

Als Plakatkünstler des Jugendstils war Witzel auch an den Arbeiten des 1895 und 1900 herausgegebenen Abonnements für zeitgenössische Plakate „Les maîtres de l’affiche“ beteiligt.

Neben den vielen Werbeplakaten und den Illustrationen für Zeitschriften fertigte der Jugendstilkünstler auch zahlreiche humoristische Blätter an und pflegte seine Werke mit „J. R. Witzel“, „Josef R. Witzel“ und „JRW“ zu signieren.

In seinen letzten Lebensjahren arbeitete Witzel, der sich inzwischen zu einem Künstler des „Art Déco“ entwickelt hatte, auch für verschiedene südamerikanische Zeitschriften und schuf 1921 beispielsweise das Titelbild der brasilianischen Filmzeitschrift „A Scena Muda“.

Nach einem arbeitsreichen Leben starb Josef R. Witzel schließlich im Jahr 1925 in der Gemeinde Gräfelfing im oberbayerischen Landkreis München.