John Singer Sargent

John Singer Sargent

John Singer Sargent (1856 – 1925) war einer der erfolgreichsten US-amerikanischen Porträtmaler seiner Zeit.

Neben Persönlichkeiten wie „Elizabeth Winthrop Chanler“, und „Lord Ribblesdale“, ließen sich u. a. auch der irische Landschaftsmaler „Frank O'Meara“, der französische Poet „Édouard Pailleron“, der Landschaftsarchitekt „Frederick Law Olmsted“ und die Schauspielerin „Ada Rehan“ porträtieren.

Mit der Erfindung der Fotografie rückte die Porträtmalerei Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr ins Abseits. Doch mit seinen fantastischen Werken gelang Sargent ein derart triumphaler Erfolg, dass er damit das öffentliche Interesse für gemalte Porträts noch einmal richtig zum Glühen brachte.

Leben

John Singer Sargent wurde am 12. Januar 1856 als zweiter Sohn des Arztes Fitzwilliam Sargent und dessen Frau und Kaufmannstochter Mary Newbold Singer in Florenz geboren.

Das Ehepaar Sargent hatte knapp zwei Jahre zuvor Philadelphia verlassen, um sich in Europa niederzulassen. Neben dem gesunden Klima diente der Umzug auch dazu, den Tod des 1853 verstorbenen erstgeborenen Kindes zu verarbeiten.

Während der Wintermonate hielt sich die Familie vorzugsweise in Florenz, Rom und Nizza auf, im Sommer brachten die Alpen Abkühlung.

Durch die ständig wechselnden Aufenthalte erhielt der junge Sargent nur eine unregelmäßige Schulbildung. Unter seinem Vater lernte er Sprachen wie Italienisch, Französisch und Deutsch, studierte Geografie, Arithmetik, Literatur und verschiedene andere Fachbereiche.

Auch seine künstlerischen Talente wurden vom Elternhaus gefördert. So war er schon bald ein begnadeter Pianist und wurde von seiner Mutter, die selbst viel malte, auch ermutigt, seine zeichnerische Begabung zu verfolgen.

Im Winter 1873 – 1874 schrieb sich Sargent zunächst an der Kunstakademie in Florenz ein und wechselte dann im Frühjahr 1874 an die Pariser „Königliche Akademie für Malerei und Bildhauerei“. Hier studierte er unter dem Porträtmaler Carolus-Duran.

In Begleitung seiner Mutter und Schwester reiste er im Frühling 1876 in die Vereinigten Staaten von Amerika, wo er die erste offizielle Weltausstellung der USA, „Centennial Exhibition“, in Philadelphia besuchte.

Im selben Jahr lernte er auf der Impressionistenausstellung in Paris „Claude Monet“ kennen. Ein Jahr später stellte er erstmalig am Pariser Salon aus.

Ab dem Herbst 1879 widmete sich Sargent mehr und mehr seiner beginnenden Künstlerkarriere und begab sich hierzu auf eine umfangreiche Reise, um die Werke der alten Meister zu studieren und um neue Malmotive zu sammeln.

Die fand er u. a. in Spanien, Holland und Venedig, wo er begann, Landschaften, Genredarstellungen und erste Porträts zu malen.

Auch wenn seine Alltagsszenen und Landschaftsdarstellungen von den Salons sehr positiv bewertet wurden, erreichten seine Porträts noch größere Aufmerksamkeit.

Doch mit seinem Gemälde „Madame X“ wagte Sargent in der bis dahin sehr konventionellen Porträtmalerei einen neuen Stil. Mit der dargestellten Pose und der Modellierung von Figur und Gesicht schlug ihm auf dem Pariser Salon 1884 unverminderte Kritik entgegen.

Von der Kunstwelt in Paris enttäuscht, zog er im Frühling 1886 schließlich nach England, wo er das Atelier von James McNeill Whistler übernahm.

1895 wurde Sargent auf der Großen Berliner Kunstausstellung mit einer kleinen Goldmedaille geehrt. Acht Jahre später erweiterte sich diese Ehrung um eine weitere große goldene Medaille.

1899 wurde der Künstler in die „American Academy of Arts and Sciences“ gewählt. Sechs Jahre später wurde er auswärtiges Mitglied der „Académie des Beaux-Arts“.

Nach der Jahrhundertwende war Sargent der Porträtmalerei müde geworden und begann mit Wandmalereien für die „Boston Public Library“, das „Boston Museum of Fine Arts“ und für die „Harry Elkins Widener Memorial Library“.

Daneben entstanden Reisestudien in Aquarell, die bei den Kunden besonders gefragt waren und ihn bald auch zu einem populären Aquarellisten machten.

Am 14. April 1925 starb John Singer Sargent schließlich im Alter von 69 Jahren in seiner Wahlheimat London.