Bilder von Johann Friedrich Overbeck

Johann Friedrich Overbeck

Johann Friedrich Overbeck (1789 - 1869) war ein deutscher Maler, Illustrator und Zeichner, der in der Tradition der frühen italienischen Kunst seine meist christlichen Darstellungen schuf.

Overbeck, der als Vorreiter der nazarenischen Kunst gilt, vertrat die Ansicht, dass christliche Kunst keusch, demütig und überirdisch dargestellt werden sollte. Eine Meinung, die auch andere Nazarener mit ihm teilten.

Mit diesem Ansinnen schuf der deutsche Maler beeindruckende Werke wie beispielsweise "Italia und Germania", "Der Ostermorgen, "Die Madonna vor der Mauer", "Maria mit dem Jesuskind und dem Johannesknaben", "Der 12-jährige Jesus mit den Schriftgelehrten", "Christus und die Jünger in Emmaus" und "Die Anbetung der Könige".

Heute wie damals schwankt Overbeck bei seinen Kritikern zwischen Verehrung, Bewunderung, Verachtung und Ablehnung. Doch genau diese Widersprüchlichkeit verleiht dem Nazarener und seinem Werk eine besondere Faszination.

Leben

Johann Friedrich Overbeck wurde am 3. Juli 1789 in Lübeck geboren. Sein Vater Christian Adolph Overbeck war hier Bürgermeister, Senator, Domherr, Jurist und Dichter.

Schon als kleiner Junge malte Overbeck und erhielt seinen ersten Zeichenunterricht von einem alten Artillerieunteroffizier.

1803 besuchte er dann die Prima des Katharineums, ein 1531 gegründetes Gymnasium in Lübeck.

Im darauffolgenden Jahr ließ er sich von dem in Lübeck ansässigen Maler Joseph Nicolaus Peroux unterrichten. Damit eröffnete sich für den jungen Overbeck erstmalig die Welt zur göttlichen Kunst.

So beseelt, verließ der Sechzehnjährige im März 1806 seine Heimat und zog zu weiteren Studienzwecken an die "Wiener Akademie der bildenden Künste". Hier wurde er u. a. von dem Maler Friedrich Heinrich Füger unterrichtet.

Unglücklich über den hier gelehrten Klassizismus, verließ Overbeck 1810 die Akademie und ließ sich gemeinsam mit den beiden Freunden Franz Pforr und Ludwig Vogel in Rom nieder.

Noch in Wien hatten die drei Freunde 1809, nach Art der mittelalterlichen Lukasgilden, den Lukasbund gegründet. An diese Gruppe hatten sich weitere Maler wie beispielsweise Philipp Veit und Peter Cornelius angeschlossen. Ihr Leben fand in Sant’Isidoro am Pincio in Rom und in klösterlicher Gemeinschaft statt.

1813 wechselte Overbeck schließlich zur römisch-katholischen Kirche über.

Die Künstlergruppe fiel vor allem durch ihre langen Haare auf. Spöttisch wurden die jungen Männer "Nazarener" genannt und ihr Kunststil als "nazarenische Kunst" bezeichnet.

In Zusammenarbeit mit Cornelius, Veit und Friedrich Wilhelm von Schadow malte Overbeck 1816/17 einige Fresken im Hauptraum der Bartholdyschen Wohnung im Palazzo Zuccari aus.

Zwischen 1817-1828 war dieselbe Künstlergruppe mit der Ausgestaltung des Casino Massimo beauftragt.

1826 bot der bayerische König Ludwig I. Overbeck eine Professur an der "Akademie der Bildenden Künste München" an, die der Künstler jedoch ablehnte.

Drei Jahre später folgte ein weiteres Angebot, worin man den Künstler die Leitung des Städelschen Kunstinstituts in Frankfurt a. M. übertragen wollte. Auch hier lehnte Overbeck ab.

1841 schuf der Maler die "Verstoßung von Hagar und Ismael", eine Auftragsarbeit für den Senator Jenisch, die sich heute im Altonaer Museum befindet.

Im Jahr 1855 vollendete Overbeck das Ölgemälde "Himmelfahrt Mariens" im Kölner Dom, ein Auftrag, den er für den Düsseldorfer Kunstverein ausführte.

Im Laufe seines Lebens erhielt der Künstler zahlreiche Ehrungen in Form von Orden und Medaillen.

Am 12. November 1862 starb Johann Friedrich Overbeck im Alter von 80 Jahren in Rom.

Aktuell

Overbeck ist auch heute noch sehr beliebt. Nicht selten werden für seine feinen und raffinierten Zeichnungen Preise um die 25.000 Euro erzielt.