Jean-Léon Gérome

Jean-Léon Gérôme

Jean-Léon Gérôme (1824 – 1904) war ein französischer Maler und Bildhauer.

Als erbitterter Gegner der Avantgarde, insbesondere der Impressionisten, bevorzugte Gérôme Motive des Orientalismus sowie historische und mythologische Themen, die er im Stil des akademischen Realismus schuf.

Diese verarbeitete er in Gemälden wie beispielsweise „Diogenes“, „Der Hahnenkampf“, „Haremsdamen beim Tauben füttern“, „Japaner, eine Göttlichkeit anflehend“, „Napoleon mit seinen Gefolgsleuten in Ägypten“, „Araber durchqueren die Wüste“ und „Polyphemus“.

In späteren Jahren wandte sich Gérôme schließlich der Bildhauerei zu, da das zunehmende Interesse der Öffentlichkeit an Kunstwerken aus polychromem Marmor stetig zunahm.

Leben

Jean-Léon Gérôme wurde am 11. Mai 1824 im französischen Vesoul geboren.

Im Alter von 17 Jahren ging er nach Paris, wo er Schüler von Paul Delaroche wurde.

Gérôme nahm Zeichenunterricht bei Claude-Baile Cariage und trat 1840 in das Atelier von Paul Delaroche in Paris ein. Mit ihm zusammen ging er drei Jahre später nach Italien. Aus gesundheitlichen Gründen kehrte Gérôme 1844 nach Paris zurück und besuchte dort die Akademie.

1844 begleitete Gérôme seinen Lehrer auf eine Italienreise, auf der zahlreiche Skizzen entstanden. Gesundheitliche Gründe zwangen ihn 1845 wieder zur Rückkehr nach Paris, wo er anschließend an der Akademie studierte.

Zwei Jahre später nahm der junge Künstler an der jährlichen Ausstellung des Pariser Salons teil, wo sein Gemälde „Hahnenkampf“ für großes Aufsehen sorgte und prämiert wurde. Zudem erlangte er die Aufmerksamkeit des Schriftstellers Théophile Gautier.

Vom Erfolg verwöhnt wurde er zum Anführer der "Neo-Grec-Bewegung".

1853 reiste Gérôme erstmals nach Konstantinopel. Weitere Orientreisen sollten folgen, die zur Inspiration seiner späteren Motivwahl beitrugen.

In den kommenden Jahren wurde der Künstler ein beständiger Teilnehmer der bedeutendsten französischen Kunstausstellung, dem „Pariser Salon“.

1875 wurde Gérôme in die „American Academy of Arts and Sciences“ gewählt .Drei Jahre später ernannte man ihn zum Mitglied der Ehrenlegion.

Im selben Jahr begann er mit dem Anfertigen von Skulpturen in Polychromie. Seine bevorzugten Themen waren Charaktere und Allegorien.

Rund vierzig Jahre war Gérôme Professor an der Pariser „Akademie der Schönen Künste“, wo in dieser Zeit mehr als 2.000 Studenten seinem Unterricht folgten.

Am 10. Januar 1904 starb Jean-Léon Gérôme schließlich im Alter von 79 Jahren in Paris.