Jan Vermeer van Delft

Jan Vermeer van Delft

Jan Vermeer van Delft (getauft 1632 – gestorben 1675) war ein niederländischer Barockmaler, der in der Blütezeit des 17. Jahrhunderts wirkte.

Anfangs widmete sich Vermeer der Historienmalerei und fand später zunehmend Gefallen an Genredarstellungen und bürgerlichen Szenen, die er vorzugsweise in Öl auf Leinwand festhielt.

Hierzu zählen neben seinen bekanntesten Gemälden „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ und „Die Ansicht von Delft“ u. a. die Werke „Brieflesendes Mädchen“, „Das Glas Wein“, „Junge Frau mit Wasserkrug am Fenster“ und „Die Malkunst“.

Noch heute inspirieren Vermeers weltberühmte Gemälde und Porträts Schriftsteller und Filmemacher. So erschien beispielsweise im Jahr 2003 der amerikanische Spielfilm „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, der auf dem Roman der Schriftstellerin Tracy Chevalier basiert.

Leben

Das genaue Geburtsdatum von Jan Vermeer van Delft ist nicht bekannt, seine Taufe hingegen fand verbindlich am 31. Oktober 1632 statt.

Seine Eltern waren der Seidenweber, Gastwirt und Kunsthändler Reynier Jansz und dessen Ehefrau Digna Baltens.

Über das Leben des jungen Vermeer gibt es kaum Informationen, wohl aber, dass er am 5. April 1653 Catharina Bolnes aus Delft zur Frau nahm. Vermutlich gingen aus dieser Ehe fünfzehn Kinder hervor, von denen vier noch im Kindesalter verstarben.

Im Winter 1653 trat der Künstler in die berühmte Delfter Lukasgilde ein, in die rund 45 Jahre später auch Peter Paul Rubens in Antwerpen aufgenommen wurde. Die strengen Aufnahmekriterien der Gilde lassen vermuten, dass Vermeer zuvor eine gründliche Ausbildung von rund sechs Jahren genossen hatte.

1656 präsentierte er dann sein erstes datiertes Gemälde mit dem Titel „Bei der Kupplerin“.

1660 zog Vermeer mit seiner Familie in den Haushalt der Mutter seiner Frau in die Delfter Oude Langendijk.

Obwohl der Künstler jährlich nur etwa zwei Bilder malte, verfügte er doch über ein gutes Einkommen. Das lässt vermuten, dass er noch weiteren beruflichen Aktivitäten nachging. Belegt ist, dass er seiner Mutter regelmäßig beim Führen ihrer Schenke am „Großen Markt“ in Delft geholfen hat. Als Kunstexperte betrieb er hier wahrscheinlich auch seinen Kunsthandel.

Bereits zu Lebzeiten war Vermeer in Delft eine angesehene Persönlichkeit und seine Gemälde erzielten äußerst gute Preise. Seine Kunden waren ausschließlich Mäzene, denn für den freien Kunstmarkt war der Maler nie tätig.

In seinen letzten Lebensjahren verschlechterte sich seine finanzielle Lage dramatisch, sodass er mehrere Kredite aufnehmen musste. Der französisch-niederländische Krieg (1672 – 1679) beeinflusste den Verkauf seiner Bilder negativ und zwang den Künstler, sie unter Wert zu verkaufen.

Im Jahr 1675 erkrankte Jan Vermeer van Delft so schwer, dass er innerhalb nur weniger Tage verstarb.