Hans Sebald Lautensack

Hans Sebald Lautensack

Hans Sebald Lautensack (um 1520 – 1565) war ein deutscher Kupferstecher und Radierer des 16. Jahrhunderts.

In seinem frühen Schaffen orientierte sich Lautensack zunächst an den Grafiken der Künstlergruppe „Nürnberger Kleinmeister“. Diese schufen zum Teil nur briefmarkengroße Drucke mit einer Motivauswahl, die sich zwischen religiösen und mythologischen sowie historischen, allegorischen und politischen Themen bewegte.

Für seine reinen Landschaften fand Lautensack später Inspiration bei den Malern Albrecht Altdorfer und Wolf Huber.

Eine besondere Spezialität des Künstlers waren Porträtdarstellungen, in die er verschiedene Landschaftselemente integrierte. Als Beispiel hierfür dient das Gemälde „Blick auf Nürnberg mit Albrecht Dürer im Vordergrund“ und die Kupferstiche „Ferdinand I.“ und „Hieronymus“.

Auch biblische Darstellungen wie „Der Engel tröstet Hagar“ und „Der junge Tobias mit dem Fisch“ bezog Lautensack mit in seine Landschaften ein.

Leben

Hans Sebald Lautensack wurde um 1520 als Sohn des Organisten und Malers Paul Lautensack in Bamberg geboren.

Seine ersten künstlerischen Schaffensjahre verbrachte der junge Lautensack in Nürnberg. Wo er jedoch die Kunst erlernte, ist nicht bekannt.

1552 entstanden zwei Stadtansichten von Nürnberg. Jede davon bestand aus drei Kupferplatten.

1556 hielt sich der Künstler in Wien auf, wo er bald darauf seinen Dienst als „Römisch kaiserlicher Majestät Antiquitäten Abconterfetter" antrat. Vermutlich schuf er in dieser Zeit Illustrationen der kaiserlichen Münzsammlung.

Doch Lautensacks künstlerische Stärke lag hauptsächlich in der Landschaftsradierung und in den Bildnissen bedeutender Persönlichkeiten.

So entstand im Jahr 1556 das Porträt „Ferdinand I.“ als Kupferstich.

1560 war Lautensack bei dem Wiener Drucker Raphael Hofhalter als Illustrator tätig.

Im selben Jahr erschien ein Turnierbuch des Künstlers mit dem Titel: „Turnier Buch wahrhaftiger ritterlicher Taten, so in dem Monat Juni des vergangenen LX Jahrs in und außerhalb der Stadt Wien zu Ross und zu Fuß auf Wasser und Land gehalten worden, mit schönen Figuren contrafet etc.“ (Quellenverweis: https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00008376/image_75)

Bis zum Ende seines Lebens erfüllte Lautensack noch zahlreiche Porträtaufträge, insbesondere für die Aristokratie.

Am 24. März 1565 starb Hans Sebald Lautensack in seiner Wahlheimat Wien.

Aktuell

Heute befindet sich das grafische Werk des deutschen Künstlers u. a. in den Sammlungen von Berlin, München, Nürnberg und London.