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Hans Holbein d. J.

Hans Holbein d. J.

Hans Holbein d. J. (1497/98 - 1543) war ein deutscher Maler und gehört zu den bedeutenden Kunstschaffenden der Renaissance.

Die im 16. Jahrhundert ausgeführte Porträtmalerei erfuhr durch Hans Holbein d. J. eine Veränderung, denn er verstand es, Gesichter mit einer besonderen Lebendigkeit auszustatten. Er war fasziniert von dem Aufbau des Körpers, und es reizte ihn, die Form und die dazugehörigen Bewegungen darzustellen.

Holbein besaß ein gutes Farbgefühl und stimmte die Töne sehr harmonisch miteinander ab. Er ließ sich vom Glanz und Schimmer edler Stoffe, kostbarer Edelsteine und Gold inspirieren, was seine Gemälde "Heinrich VIII.", "Eduard VI., König von England und Irland" und "Laa¯s Corinthiaca" sehr eindrucksvoll erkennen lassen.

Hans Holbein d. J. vermied in seiner Kunst alles Derbe und richtete dabei sein Augenmerk auf das Wesentliche. Seine bevorzugten Themen waren Porträts der aufsteigenden Bürgerschicht und der Adligen. Seine Zeichnungen entstanden vorwiegend in Kreide und Kohle, seine Gemälde in Öl und Tempera.

Neben der Malerei fertigte der Künstler auch Fresken, Wanddekorationen und verschiedene Illustrationen an.

Leben

Hans Holbein d. J. wurde 1497 oder 1498 in Augsburg geboren.

Das künstlerische Talent wurde ihm offensichtlich mit in die Wiege gelegt, denn auch sein Vater, Hans Holbein d. Ä. war ein bedeutender Maler und Zeichner zwischen Spätgotik und Renaissance. Sein Onkel Sigismund und sein Bruder Ambrosius waren ebenfalls als Maler und Zeichner tätig.

Hans Holbein d. J. erhielt gemeinsam mit seinem Bruder eine Ausbildung in der väterlichen Werkstatt.

1515 zogen sie in die aufstrebende Buchdruckerstadt Basel und waren guter Dinge, als Illustratoren genügend Aufträge zu erhalten. Hans Holbein d. J. arbeitete dann hier auch als Buchillustrator.

Sein Frühwerk "Doppelporträt des Bürgermeisters Jakob Meyer und seiner Gemahlin Dorothea Kannengießer" entstand 1516 in Tempera auf Holz.

1519 verstarb Holbeins Bruder Ambrosius. Im selben Jahr heiratete er die um vier Jahre ältere Elsbeth Binsenstock. Anschließend trat er der Basler Malerzunft bei und wurde 1520 offizieller Bürger Basels.

1521 erhielt der Künstler den ehrenvollen und wichtigen Auftrag zur Bemalung des Saales im neu erbauten Rathaus.

1523 machte Holbein die Bekanntschaft mit dem Gelehrten Erasmus von Rotterdam, den er unter dem Titel "Bildnis von Erasmus von Rotterdam" porträtierte.

1526 empfahl Erasmus ihn seinem in England lebenden Freund Thomas Morus, worauf Holbein direkt vor Ort sein künstlerisches Können präsentierte. Morus und seine Freunde waren tief beeindruckt. Der begnadete Porträtmaler bekam den Auftrag für mehrere Monumentaldekorationen, die für den königlichen Hof bestimmt waren.

1528 kehrte Holbein wieder nach Basel zurück und kaufte ein Haus in der St. Johanns-Vorstadt.

1532 verließ Hans Holbein d. J. Basel endgültig und zog nach England. Hier porträtierte er deutsche Kaufleute und gewann außerdem die Gunst von Anne Boleyn.

1536 wurde der Künstler von Heinrich VIII. als Hofmaler angestellt. Er bekam von nun an wieder ein festes Gehalt, auf Lebenszeit.

In dieser Zeit entstanden verschiedene "Porträts von Heinrich VIII." und weitere Bildnisse der Adeligen am englischen Hof. Holbein malte außerdem potenzielle Heiratskandidatinnen für Heinrich VIII, die dieser dann anhand der Gemälde auswählte.

1543 verstarb Hans Holbein d. J. an den Folgen der Pest in London.

Aktuell

Vom 11. April 2015 bis zum 28. Februar 2016 findet im "Museum der Kulturen Basel" eine umfassende Präsentation der altdeutschen Kunst statt. Darunter finden sich viele Bilderschätze von Hans Holbein d. J. und seines Vaters Hans Holbein d. Ä.