Giovanni Domenico Tiepolo

Giovanni Domenico (Giandomenico) Tiepolo

Giovanni Domenico Tiepolo (1727 – 1804) war ein italienischer Rokokomaler, Zeichner und Radierer des 18. Jahrhunderts.

Seinen eigenen Stil fand Tiepolo u. a. mit Genreszenen aus dem ländlichen Leben und schuf damit so wunderbare Werke wie beispielsweise „Die Gaukler“ und „Landschaft mit einer sitzenden Bäuerin“.

Daneben entstanden zahlreiche Fresken in der Villa Vallmarana in Vicenca, darunter „Die Liebeserklärung“, „Bauernfamilie beim Mahl“, „Ruhepause der Bauern“, „Szene Karneval“ und „Die neue Welt“.

Später wandte sich Tiepolo hauptsächlich säkularen und religiösen Darstellungen zu. Mit Bildern wie „Tod des Hyacinth“, folgte er dem Stil seines berühmten Vaters, wobei er in seine biblischen Szenen auch bäuerliche Elemente integrierte.

Leben

Giovanni Domenico Tiepolo wurde am 30. August 1727 als ältester Sohn des Malers Giovanni Battista Tiepolos und dessen Frau Mary Cecilia Guardi in Venedig geboren.

Wie sein jüngerer Bruder Lorenzo Baldissera, war auch der junge Domenico zunächst Schüler und Gehilfe in der väterlichen Werkstatt.

Bereits im Alter von 13 Jahren war er zum Chefassistenten avanciert und führte die Entwürfe seines Vaters in Ölskizzen aus. Daneben entstanden aber auch Werke nach seinen eigenen Ideen.

1750 reiste Tiepolo gemeinsam mit Lorenzo und seinem Vater nach Würzburg. Hier beteiligte er sich an dessen umfangreiche Auftragsarbeit im Treppenhaus der Würzburger Residenz. So entstand unter den Händen der drei Künstler das größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt, das durch die vorhandene Wölbung eine Fläche von 677 m² abdeckt. Den größten Teil der Arbeiten erfüllte jedoch Tiepolos Vater.

Wieder zurück in Italien arbeitete der Künstler ab 1757 wieder gemeinsam mit seinem Vater und unterstützte ihn bei zahlreichen Fresken in der „Villa Valmarana ai Nani“ in Vicenza. Hauptsächlich aber malte Tiepolo die Wandmalereien im Gästehaus (Forestiera) und schuf hier Darstellungen der Götter des Olymps, bäuerliche Genreszenen sowie Karnevalsmotive und Chinoiserien.

Von 1762 bis 1770 hielten sich Vater und Sohn in Madrid auf, wo sie u. a. am Hof von Charles III. von Spanien tätig waren.

Nach dem Tode seines Vaters am 27. März 1770 in Madrid kehrte Tiepolo Ende desselben Jahres nach Venedig zurück.

Den Zyklus zum Leben des „Pulcinella“ zeichnete er im Alter von 70 Jahren, wobei er alle Szenen mit Feder und Pinsel und in aufeinander abgestimmten Brauntönen ausführte.

Am 3. März 1804 starb Giovanni Domenico Tiepolo schließlich im Alter von 76 Jahren in Venedig.