Edouard Vuillard

Édouard Vuillard

Édouard Vuillard (1868–1940) war ein französischer Maler und Grafiker des Intimismus und gehörte der Künstlergruppe der „Le Nabis“ an.

Die Themen des Künstlers waren breit gefächert. Neben Landschaften und Stadtmotiven wie „Strand bei Saint-Jacut“, „Die Bucht von Cannes, von der Terrasse aus gesehen“, „Morgen in Paris“ und „Le Boulevard des Batignolles“, schuf Vuillard viele Porträts, Stillleben, Kaffeehaus- und Frühstücksszenen. Seine Werke „Die Bassiano Kinder“, „Kleine Mädchen“, „Kind am Tisch“, „Die Kinder“ und „Nachmittagstee mit einem kleinen Mädchen“ zeugen außerdem von seiner Vorliebe für Familienszenen, bei denen Kinder, insbesondere seine Nichte Alice, eine zentrale Rolle spielen. Ein weiteres wichtiges Thema waren Darstellungen der Mutter und Schwester, die, häufig von einem dramatischen Licht- und Schattenspiel umgeben, viel Raum für Spekulationen bieten.

Vuillards beeindruckende Werke lassen den Betrachter tief in die oft intime Szenerie der Motive eintauchen und wecken nicht nur Interesse für das Offensichtliche, sondern auch die Neugier, das Verborgene zu entschlüsseln.

Für seine Ölbilder verwendete Vuillard selbst entwickelte, besonders matt und transparent wirkende Farben. Mit seinen zum Teil sehr gewagten Kompositionen kündigte er bereits die Zukunft der Abstraktion an.

Leben

Édouard Vuillard wurde am 11. November 1868 in Cuiseaux ( Saône-et-Loire ) geboren.

Seine Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen und zog 1878 nach Paris. Hier besuchte Vulliard die Bildungseinrichtung „Lycée Condorcet“. Zu seinen Mitschülern zählten u. a. Ker-Xavier Roussel und Maurice Denis. Durch Roussel, der auch später sein Schwager wurde, kam der junge Vuillard zur Malerei.

Im Jahr 1888 begannen die beiden jungen Männer an der Académie des Beaux-arts mit ihrem Zeichenstudium, das sie später an der „ Académie Julian“ fortsetzten. Hier machten sie die Bekanntschaft von Pierre Bonnard und Félix Vallotton.

Zwei Jahre später gründeten die vier Maler die Künstlergruppe " Le Nabis", die sich mit Paul Sérusier um ein weiteres Mitglied erweiterte. Inspiriert durch Werke Paul Gauguins sowie dem japanischen Farbholzschnitt, fanden die "Nabis" zu einer neuen ästhetischen Anordnung des Bildraums. In dieser Zeit entstanden Vuillards bedeutende Porträts und Interieur-Bilder, bei denen er in zurückhaltender Form und Farbe das Alltagsleben in den Blickpunkt rücken ließ.

Ab 1903 stellte Édouard Vuillard in regelmäßigen Abständen in der „Galerie Bernheim-Jeune“ aus. Es folgten sporadische Ausstellungen im „Salon des Indépendants“ und im „Salon d'Automne“.

Die Sommermonate verbrachte der Künstler in der Bretagne und in der Normandie. Inspiriert von der ländlichen Umgebung, begann er hier seine ersten Landschaften zu malen.

Mit dem Herannahen der Kriegstruppen verließ Vuillard 1940 Paris.

Wenig später, am 21. Juni 1940, starb Édouard Villard im Alter von 71 Jahren in La Baule.