Camille Pissarro

Camille Pissarro

Camille Pissarro

Jacob Abraham Camille Pissarro (1830 – 1903) war ein äußerst produktiver Landschaftsmaler und zählt zu den bedeutendsten Impressionisten des 19. Jahrhunderts.

Als die ersten Impressionisten die künstlerische Bühne betraten, konnten sie weder das Publikum noch die Kritik mit ihren Werken überzeugen. Aber Camille Pissarro ermutigte gerade die jüngeren Impressionisten, ihren künstlerischen Weg weiterzugehen und ihre Ideale nicht aufzugeben.

Camille Pissarro malte überwiegend lichtdurchflutete Landschaften mit einer revolutionären Farbpalette wie beispielsweise „Der Gemüsegarten des Gutshauses von Ango bei Sonnenuntergang“, „Zwei Frauen am Meer in einem Gespräch vertieft“, „Die Unterhaltung“, „Die Windmühle von Knokke, Belgien“, „Boulevard Montmartre bei Nacht“ und „Gemüsegarten mit blühenden Obstbäumen“.

Anfangs orientierte sich Pissarro an den Werken des Landschaftsmalers Camille Corot, der kleinformatige realistische Landschaften malte. Inspiriert von Claude Monet, wurde sein Malstil später immer freier - mit kurzen halbrund geschwungenen Pinselstrichen.

Camille Pissarro schuf neben seinen wunderbaren Gemälden auch eine Vielzahl an Zeichnungen, Lithografien und Radierungen. Durch sein unermüdliches künstlerisches Schaffen und seinen großen Einfluss, den er auf die anderen Impressionisten ausübte, hat der großartige Künstler ein unvergleichliches Erbe hinterlassen.

Leben

Am 10. Juli 1830 wurde Jacob Abraham Camille Pissarro, in St. Thomas auf den Jungferninseln geboren. Dort besaß sein aus Frankreich immigrierter Vater in der Stadt Charlotte Amalie einen Eisenwarenhandel.

Von 1842 bis 1847 besuchte Pissarro ein Internat im französischen Passy. Bereits in dieser Zeit zeigte der Junge ein großes Interesse am Zeichnen und wurde von dem Gründer und Rektor der Schule Auguste Savary in seinem Talent und Können bestärkt.

Um Camille auf den baldigen Einstieg in das Familienunternehmen auf den Antillen vorzubereiten, holte ihn sein Vater 1847 wieder zurück auf die Insel. Doch auch hier konnte der junge Künstler nicht von seiner Leidenschaft lassen und verbrachte so viel Zeit er konnte am Hafen, um zu zeichnen. Eines Tages traf er hier auf den dänischen Maler Fritz Melbye, der in dem vier Jahre jüngeren Pissarro ein großes Talent sah.

Als Melbye 1852 nach Venezuela weiterreisen wollte, entschloss sich Pissarro gegen den Willen seines Vaters, den dänischen Künstler zu begleiten. Dort angekommen, mieteten sie sich ein Haus in Caracas und Camille Pissarro schuf unzählige Motive von der Stadt, den vielen Tavernen, dem Marktplatz und der ländlichen Umgebung.

Nach zwei Jahren kehrte Pissarro mit der Entscheidung, Maler zu werden, nach St. Thomas zurück. Er konnte nun auch seinen Vater überzeugen, ihn in diesem Entschluss zu unterstützen.

Im Jahr 1855 reiste der Künstler nach Paris und besuchte die dortige Weltausstellung, die u. a. auch Werke von Camille Corot zeigten, dessen Schüler er bald werden sollte. Er nahm außerdem Unterricht bei den Meistern der École des Beaux-Arts.

Als 1857 seine Eltern nach Paris zurückkehrten, wohnte er gemeinsam mit ihnen in Montmorency.

Zwei Jahre später nahm Julie Valley eine Stellung als Bedienstete im Hause Pissarro an und wurde die Geliebte Camilles. Aus dieser Verbindung gingen zwei nicht eheliche Kinder hervor.

1859 traf Pissarro in der Académie Suisse auf Claude Monet und Paul Cézanne.

In den kommenden Jahren entwickelte der Künstler immer mehr seinen eigenen Stil. Er zeigte 1863 einige seiner Gemälde im Salon des Refusés, für die er zwar großes Lob bekam, die ihm aber keine finanziellen Einnahmen von Käufern brachten.

Von 1869 bis 1870 malte Pissarro sehr häufig gemeinsam mit seinen Freunden Monet und Renoir.

Während des Krieges 1870 floh der Künstler mit Julie Valley und den Kindern nach London und traf dort auf den ebenfalls geflohenen Monet.

1871 heiratete Pissarro Valerie, die inzwischen ihr drittes Kind erwartete. Einen Monat später kehrten sie nach Frankreich zurück.

1874 fand die erste Impressionisten-Ausstellung statt, bei der Pissarro der Hauptorganisator war. Doch der erwünschte Erfolg blieb aus.

Bis 1892 kämpfte der Künstler unermüdlich um Anerkennung und Verkäufe, dann endlich gelang ihm der Durchbruch.

In den letzten zehn Jahren seines Lebens schuf Pissarro eine Serie beeindruckender Stadtbilder von Paris, Rouen und Dieppe.

Am 13. November 1903 starb Camille Pissarro in Paris.