Balthasar van der Ast

Balthasar van der Ast


Balthasar van der Ast (1593 - 7. März 1657) war ein bedeutender Maler und Meister des niederländischen Barockstilllebens.

Balthasar van der Ast wurde im Jahr 1593 in Middelburg, Niederlande, geboren.

Nach dem Tod seines Vaters, dem wohlhabenden Witwer Hans van der Ast, zog der sechzehnjährige Sohn im Jahr 1609 zu seiner älteren Schwester Maria und seinem Schwager, dem Blumenmaler Ambrosius Bosschaert d. Ä. (1573–1621).

Hier im Hause seiner Angehörigen wurde der künstlerisch begabte van der Ast von Bosschaerts zum Stilllebenmaler ausgebildet. Der Einfluss seines Lehrmeisters ist in den frühen Werken van der Ast‘s entsprechend deutlich erkennbar.

Spätestens ab dem Jahr 1619 lebte und arbeitete der Künstler dann in Utrecht, wo er eine eigene Werkstatt unterhielt, die einige wichtige Stilllebenmaler ausbildete.

Darunter befanden sich die Maler Ambrosius Bosschaert d.J., Abraham Bosschaert und Johannes Bosschaert. Auch Johannes Baers und Jan Davidsz. de Heem gehörten vermutlich zu den Schülern van der Ast‘s.

1632 zog der Stilllebenmeister nach Delft. Möglicherweise versprach er sich durch die größere Nähe zum Hof des Statthalters bessere Auftragschancen. Schließlich erhielt er hier das Bürgerrecht und wurde in die Lukasgilde aufgenommen.

Van der Ast malte seine Bilder überwiegend in Öl auf Holz und Kupfer, selten und erst später auch auf Leinwand.

Seine exquisiten Blumen und Fruchtstücke zeigen sich detailverliebt, mit üppigem Beiwerk und Kleingetier ausgeschmückt. Besonders zur damaligen Zeit wirkten die Motive des Künstlers sehr ungewöhnlich, da er sie zum Teil mit Schneckenhäusern, Muscheln, Eidechsen und chinesischem Porzellan bereicherte.

Zu van Asts faszinierendem Werk zählen u. a. die Gemälde „Blumen, Muscheln und Insekten auf einem Steingesims“, , „Blumenvase“, „Obstkorb mit chinesischen Schalen“, „Tulpe Sommerschön“ und „Stillleben mit Aprikosen, Kirschen, wilden Erdbeeren, roten Johannisbeeren, Muscheln und Insekten“.

Heute werden dem niederländischen Künstler rund 220 Ölgemälde und Zeichnungen zugeordnet.

Balthasar van der Ast starb im Jahr 1657 in seiner Wahlheimat Delft und fand anschließend in der „Alten Kirche“ seine letzte Ruhestätte.


Besonderes

Das Stilllebengemälde des Künstlers van der Ast „Blumen in einer Wanli-Vase“ gehört zweifellos zu den bedeutsamsten Kriegsverlusten des „Suermondt-Ludwig-Museums“ in Aachen.

Im Jahr 1910 in die Aachener Sammlung aufgenommen, verlagerte man das Gemälde 1942 zusammen mit weiteren Aachener Beständen in die Meißener Albrechtsburg. Kurz vor Kriegsende wurde ein Großteil der Bilder dann in die UdSSR verbracht.

Doch nicht so das Gemälde „Blumen in einer Wanli-Vase“. Van Asts Ölbild sowie zehn weitere Werke aus der Aachener Sammlung wurden von der Meißnerin Alice Tittel entwendet. 1951 wanderte sie nach Kanada aus und brachte somit auch die gestohlene Kunst außer Landes.

Dank der großen Unterstützung der „Ernst von Siemens Stiftung“ sowie der Kulturstiftung der Länder und des Landes NRW und einiger privater Sponsoren ist das bis dahin verschwundene Blumengemälde 2017 gegen einen „Finderlohn“ wieder ins Aachener „Suermondt-Ludwig-Museum“ zurückgekehrt - nach 75 Jahren.