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Adolf Hohenstein
Adolf Hohenstein
Adolf Hohenstein: Bitter Campari. Um 1900

Adolf Hohenstein

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Adolf (Adolfo) Hohenstein

Adolf (Adolfo) Hohenstein (1854 - 1928) war ein bedeutender deutscher Maler, Illustrator, Bühnen- und Kostümbildner. Er gilt als Gründer der italienischen Plakatkunst und zählt zu den Vertretern des „Stile Liberty“.

Der passionierte Posterdesigner schuf beeindruckende Lithografien, wie zum Beispiel „Bitter Campari“, „Vino Vermouth“, „Florio Martinez“, „Madama Butterfly“ und „Tosca“. Sein großes zeichnerisches Talent zeigte sich auch in seiner Art, Personen in einem sogenannten „Bild-im-Bild Effekt“ zu malen, wobei der Eindruck entsteht, die dargestellte Person trete aus dem Bild heraus.

Für bekannte Opern, wie beispielsweise „Madama Butterfly“ entwarf Hohenstein außerdem opulente Kostüme, prächtige Bühnenbilder und kunstvolle Werbeplakate.

Auch wenn die Ölgemälde des fantastischen Künstlers mit Landschaftsmotiven, Porträts und Genreszenen heutzutage weniger Beachtung finden, seine in Italien entstandenen Werke im „Stile Liberty" werden dafür umso mehr geschätzt und stehen bei Museen und Kunstsammlern ganz hoch im Kurs.

Leben

Adolf Hohenstein wurde am 18. März 1854 als Sohn des deutschstämmigen Forstingenieurs Julius Iruck und seiner Frau Laura im russischen Sankt Petersburg geboren. Getauft wurde der Junge auf den Namen Adolf Iruck. (Angelehnt an den Geburtsort seines Vaters nahm der Künstler später den Namen „Hohenstein“ als seinen Künstlernamen an.)

Im Jahr 1856 verließ die Familie Sankt Petersburg und siedelte nach Wien, wo der kleine Adolf 1860 eingeschult wurde.

Er wechselte auf das traditionsreiche Wiener Gymnasium "Theresianum". Hier zeigte sich schon bald das künstlerische Talent des jugendlichen Schülers, wobei ihn besonders die perspektivische Architekturmalerei begeisterte.

Im Jahr 1872 verließ Adolf Iruck, mit der Matura in der Tasche, das Gymnasium und bewarb sich an der Akademie der Schönen Künste in Wien, um Malerei zu studieren. Nachdem er das Grundstudium absolviert hatte, widmete er sich der perspektivischen Illustrationsmalerei und erzielte schon bald sensationelle Ergebnisse. Während seiner Studienzeit unternahm der junge Künstler ausgedehnte Reisen, die ihn auch nach Indien und Siam, dem heutigen Thailand führten. Hier porträtierte er u. a. auch einige Mitglieder der siamesischen Königsfamilie.

Mit einer offiziellen Namensänderung in seinen Personalpapieren kehrte Adolf Hohenstein zurück nach Wien. Nach Beendigung seines Studiums reiste der Künstler im Jahr 1879 nach Italien, wo ihm seine kreativste Zeit bevorstand. Hohenstein bewarb sich an verschiedenen Opernhäusern als Kostümbildner, u. a. auch an der Mailänder Scala und an anderen Theaterhäusern.

1880 bekam der sechsundzwanzigjährige Hohenstein die Zusage für eine Stelle als Bühnenbildner an der Mailänder Scala und wurde sogleich von dem Musikverleger Giulio Ricordi unter die Fittiche genommen und aus Adolf wurde Adolfo.

1889 bot Giulio Ricordi dem überaus talentierten Alfonso Hohenstein eine Stelle als Art-Director in seinem Musikverlag an. Hohenstein sagte zu und übernahm fortan die Bühnenbild- und Kostümentwürfe. Der kreative Künstler schuf in den kommenden Jahren Werke für zwölf Premierenausstattungen verschiedener Opernhäuser in Italien. Daneben entwarf er über sechshundert Bühnenkostüme.

1895 machte er die Bekanntschaft mit Guiseppe Verdi und gestaltete das Bühnenbild für dessen Opernpremiere „Falstaff“. Daneben arbeitete er auch für Giacomo Puccini, mit dem er sich immer stärker anfreundete. Für Puccinis Oper „Madama Butterfly“ übernahm Hohenstein nicht nur die Bühnen- und Kostümgestaltung, sondern auch die komplette Außenwerbung.

Während eines Deutschlandaufenthaltes im Jahr 1900 lernte Hohenstein die verwitwete Katharina Plaskuda kennen, die bereits drei Kinder hatte. Er pendelte fortan regelmäßig zwischen Mailand und Deutschland hin und her.

Ab 1903 verspürte der Künstler immer häufiger den Wunsch, mehr Zeit in Deutschland zu verbringen und arbeitete bald darauf als freier Maler in Bonn. Im Herbst desselben Jahres heiratete er Katharina Plasuda. Ihren drei Kindern sollte der Künstler ein guter Vater sein.

1909 wurde er Mitglied des Düsseldorfer Kunstvereins "Malkasten".

1918 zog die Inflation immer größere Kreise, sodass sich Adolf Hohenstein gezwungen sah, einige seiner Bilder gegen Nahrungsmittel zu tauschen. Dadurch kam die Stadt Bonn zu den beiden Werken „Der Schnitter" und "Pferde in der Schwemme".

Am 12. April 1928 starb Adolf (Adolfo) Hohenstein in Bonn.

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