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Glossar: Stillleben

Stillleben

Stillleben

Der Begriff „Stillleben“ leitet sich ab von dem niederländischen Ausdruck „still leven“ (dt. „unbewegtes Dasein“) und bezeichnet Bilder und Gemälde, für welche der Künstler leblose, bzw. statische Gegenstände auswählt und arrangiert. Die Geschichte der Stillleben reicht bis weit in die Antike zurück. Große Berühmtheit erlangt hat der Wettstreit zwischen den griechischen Malern Zeuxis und Parrhasios, bei dem Zeuxis einen Bündel Weintrauben so täuschend echt zeichnete, dass die Vögel nach ihnen pickten. Überzeugt, dass er den Sieg davontragen würde, forderte er Parrhasios auf, sein verhangenes Bild zu enthüllen. Dieser musste aber zu seiner großen Überraschung feststellen, dass eben dieser Vorhang auch gemalt war!

Im Mittelalter und in der Renaissance wiederum spielten Stillleben keine allzu große Rolle. Erst im Zeitalter des Barock erlebte die Kunstform ein Revival und wurde von Künstlern wie Caravaggio oder Jan Brueghel dem Älteren vorangetrieben. Beliebte Motive damals waren Landschaften, Früchte, Blumen, das Interieur von Häusern, Küchenutensilien, Jagdbeute, Tiere und auch Totenköpfe und Verstorbene. Letztere standen im Zentrum der sog. Vanitas-Motive, welche die Vergänglichkeit alles irdischen Lebens ästhetisch verarbeiteten. Im 19. und 20. Jahrhundert hat sich die Stilllebenmalerei dank Künstlern wie Paul Cézanne, Georges Braque oder Max Beckmann nochmals neu definiert und wurde nun auch für die breite Masse zugänglich. Wie in der Vergangenheit faszinieren diese Bilder nicht nur wegen ihres entzückenden Farbenspiels sowie ihrer besonderen Finesse und Realitätstreue, sondern auch durch das unbedingte Bestreben der Künstler, die Zeit gewissermaßen anzuhalten und so Werke für die Ewigkeit zu schaffen.

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