Einrichtungsstile

Ruhig und harmonisch: Dekorieren im asiatischen Einrichtungsstil

von Judith van Bonn - 15 Sep, 2016

Schlichtheit, Klarheit und Natürlichkeit – diese Wörter stehen für den asiatischen Einrichtungsstil. Er wirkt luftig, hell und die Raumdekoration ist auf das Wesentliche reduziert. Dabei ist der asiatische Wohnstil geprägt von Einflüssen aus verschiedenen Ländern in Asien – Indien, Nepal, China, Japan bis hin zu den Ländern in Südostasien. Besonders hier bei uns übt der Ferne Osten eine große Faszination aus, wodurch sich immer mehr Menschen diesen Stil in die eigenen vier Wände holen.

Dezente Farben stehen im Vordergrund

Generell sind beim asiatischen Einrichtungsstil Naturmaterialien und warme Naturtöne ein Muss. So dominieren bei der Wandgestaltung helle und ruhige Farben wie Weiß, Beige oder Creme. Als Ergänzung dazu wird farbenfrohe Deko genutzt, die dem Raum besondere Akzente gibt.

Je nach Land in Asien werden unterschiedliche Farben für die Deko bevorzugt: In Japan sind Rot, Schwarz oder Weiß besonders beliebt. Diese Farben lassen sich gut mit Gold bzw. Gelb kombinieren. Diese Gold- und Gelbtöne spielen wiederum in China eine besonders wichtige Rolle. In Ländern die durch Zen geprägt sind, kommt es immer wieder zu einer Kombination aus Weiß, Anthrazit und Wenge (Dunkelbraun). Auffällig: Knallige Farben suchen Sie in den meisten asiatischen Ländern vergebens. Denn der Kern des Farbspektrums liegt in dezenten und zurückhaltenden Tönen. Die große Ausnahme: Indien. Dieses Land ist einzigartig farbenfroh und opulent. Denn durch den Einfluss vieler Gewürze gibt es die unterschiedlichsten Farben zu entdecken, die in vielen Fällen sehr kräftig wirken! Besonders diese kräftigen Farben stehen sinnbildlich für den indischen Stil.

Falls Sie selbst überlegen das indische Flair in Ihr Zuhause einfließen zu lassen, sollten Sie auch Pastelltönen mit einfließen lassen, damit der Raum am Ende nicht zu überladen wirkt.

Edle Hölzer und kunstvolle Accessoires

Dunkles, edles Holz steht im angenehmen Kontrast zu dezenten Farben. Ebenso lassen sich typische asiatische Holzmöbel aus Bambus  mit kräftigen Holztönen wie Schwarz-, Sandel- oder Mangoholz kombinieren.

Ein Klassiker aus China ist Ulmenholz: Dieses Holz hat viel Tradition, da es zur Fertigung der beliebten chinesischen Hochzeitsschränke genutzt wird. Die Besonderheit dieser Schränke ist, dass sie ganz ohne Schrauben und Nägel gebaut werden.

Eine weitere Besonderheit in Asien sind bodennahe Tische. In Kombination mit Sitzgelegenheiten wie Futons, Sitzkissen und Matten - genannt Tatamis - entsteht ein harmonisches Gesamtbild. In Verbindung dazu werden außerdem mit Shoji-Papier bespannte Paravents als Raumteiler benutzt – dies ist besonders in Japan populär. Es ist eine flexible Lösung um einem Raum schnell und einfach in einzelne Bereiche einzuteilen. Zudem lässt sich der Paravent einfach zusammenschieben und umpositionieren. Damit die reduzierte Raumgestaltung trotz allem gemütlich wirkt, werden in vielen Fällen Lampions aus Papier genutzt, die für ein angenehme Lichtstimmung sorgen.

Ein weiteres Accessoire, dass im asiatischen Einrichtungsstil nicht fehlen darf, sind Steine und Grünpflanzen.Sie fügen sich perfekt in die schlichte und ruhige Atmosphäre ein! Besonders Blüten der Kirsche, Lotusblume oder einer Orchidee passen besonders in diesen Wohnstil! Heutzutage werden diese Blumenmotive auch gerne durch japanisches Porzellan oder ein Wandbild in den Raum integriert.

Kalligrafie und Tradition

Eine große Rolle in asiatischen Ländern spielt Kultur und Religion. In diesem Zusammenhang steht die Schrift besonders im Fokus. Ein Merkmal der asiatischen Kultur, dass sich schon zu einem sehr frühen Zeitalter entwickelt hat. Konkret sind damit vor allem asiatische Schriftzeichen gemeint, die weltweit bekannt durch Ihre unglaubliche Komplexität sind.

Zudem wird der hohe Stellenwert der Schrift deutlich, dass viele Schriftzeichen immer wieder in die Gestaltung von Wohnräumen einbezogen werden. Egal ob als Wandbild, auf Lampions oder direkt auf der Wand. In jedem Fall geben die kunstvollen Zeichen einem Raum den letzten Schliff!

Neben der Schrift haben auch religiöse Figuren wie z.B. Buddha oder die hinduistische Gottheit Shiva einen besonderen Stellenwert bei der Einrichtung in Asien. So werden diese Figuren meist als Statuen oder Bilder in einen Raum integriert.

Neben den religiösen Darstellungen ist der Drache ein wichtiges Symbol in der asiatischen Kultur. Er wird als Beschützer, Gottheit und Gestaltwandler gesehen, der immer wieder auf Porzellan, Lampions und Wandbildern zu finden ist. Außerdem werden Bilder und Gemälde der Natur und Landschaften für die Gestaltung einer Wohnung genutzt.

Das Wichtigste zum Schluss

Weniger ist mehr – dieses Sprichwort beschreibt den asiatischen Einrichtungsstil am besten. So wird auch im Feng Shui gesagt: Ein harmonisches Umfeld wirkt sich positiv auf unser Wohlbefinden aus. Daher ist es wichtig das eigene Zuhause nicht mit zu vielen Dingen zu überladen.