Jugendstil - Ein Einrichtungsstil inspiriert von der Natur

Judith van Bonn | 26.10.2016

selbstklebende Wandbilder

Inspiration aus der Natur und den dort vorkommenden Formen, das ist es, was den Jugendstil ausmacht.

Seine Blütezeit hatte der Jugendstil bereits um das Jahr 1900. Bis dahin orientierte man sich meist an bereits vorhandenen Stilrichtungen. Mit Beginn des Jugendstils begann sich dies zu wandeln. Ganz nach dem Motto “Kunst gehört nicht ins Museum, sondern in jedes Haus” fingen die Leute an, selbst ganz alltägliche Dinge, wie zum Beispiel Türgriffe oder Stuhlbeine, künstlerisch zu veredeln.
Zum Ende des Zweiten Weltkrieges verlor der Jugendstil an Popularität. Heute erfreut sich diese Stilrichtung wieder steigender Beliebtheit und findet immer öfter den Weg in Wohnräume.

Jugendstil


Formen und Farben aus der Natur
Als Quelle für Anregungen dient im Jugendstil die Natur. Natürliche Formen und Farben werden übernommen und nachgeahmt, Pflanzen, Tiere und Landschaften naturgetreu abgebildet.

Wichtige Gestaltungselemente sind verschlungene, fast schon verschnörkelte Formen und Ornamente. Dekorative und geschwungene Linien winden sich um Säulen, Vasen, Lampen. Blumige Muster und Elemente wie Magnolien, Lilien, Wasserpflanzen, Efeu und Ranken werden zur Verzierung genutzt, genauso wie Tiermotive oder ganze Landschaften.

Auch bei der Farbauswahl dient die Natur als Vorbild. Florale Ornamente und Motive verlangen nach intensiven Grüntönen. Häufig genutzt werden auch Blau- und Violetttöne sowie Türkis. Um kräftige Akzente zu setzen und Kontraste zu bilden, wird intensives Rot und leuchtendes Gold verwendet. Den entspannten Gegenpool dazu bilden gedeckte Pastelltöne wie Senfgelb, Creme und Erdtöne in Beige und Braun.

Accessoires und Dekoration im Jugendstil
Auch bei Dekoration und Interieur werden Motive aus der Pflanzen- und Tierwelt eingearbeitet. Die aufwendigen Verzierungen und extravaganten Formen, brauchen eine sehr gute handwerkliche Verarbeitung. Bei der Einrichtung kommt Hartholz häufig zum Einsatz, oft verziert mit kunstvollen Schnitzereien. Ein besonderes Merkmal ist lackiertes und auf Hochglanz poliertes Holz, aus dem Möbel wie beispielsweise Tische und Stühle gearbeitet werden.

Toll als Blickfang an der Wand machen sich Bilder mit Motiven von Blumen und Tieren. Auch einzelne Ornamente kommen auf Wandbilder super zur Geltung. Eine gute Kombination bieten Jugendstiltapeten mit Mustern aus Blumen oder Ornamenten. Schon eine einzelne Wand oder nur eine Tapetenbahn bringen einen tollen Effekt.
Bilder von ausgewählten Künstlern der Jugendstilepoche runden den Look perfekt ab. Der tschechische Maler Alfons Mucha war ein bedeutender Plakatmaler des Jugendstils. Er thematisiert in seinen Werken hauptsächlich sinnliche und extravagante Motive. Muchas Bilder zeigen weibliche Figuren in sinnlichen Posen, umgeben von Blumenranken und verschlungenen Elementen. Einer der bekanntesten und bedeutenden Künstler des Jugendstils in Österreich war der Maler Gustav Klimt. Sein Stil zeichnet sich durch Flächenhaftigkeit und ornamentale Abstraktion aus. Die Werke von Klimt zeigen geschwungene Formen in kräftigen Farben und sind weltberühmt und begehrt.

Accessoires und Objekte wie Spiegel, Vasen, Lampen und Kissen eignen sich ebenfalls hervorragend, um den Jugendstil ins Haus oder die Wohnung zu bringen.

Akzente setzen bei der Einrichtung
Die geschwungenen Möbel, Objekte und Dekorationen des Jugendstils lassen sich sehr gut mit einem modernen Einrichtungsstil kombinieren. Es empfiehlt sich, mit Gegensätzen zu arbeiten. Die verspielten und geschwungenen Bilder, Objekte und Möbel des Jugendstils brauchen als Gegengewicht eine eher schlichte und ruhige Umgebung. Damit ein Raum nicht zu überfüllt wirkt, sollte man sein Augenmerk auf ausgewählte Einzelstücke im Stil des Jugendstils legen. So werden die Muster und Objekte zu einem tollen Blickfang.

Gut erhaltene Originale aus der Zeit des Jugendstils zu finden ist mittlerweile nicht mehr so einfach, da die Nachfrage stetig steigt. So entwarf beispielsweise Alfons Mucha unter anderem auch Möbel und Schmuckstücke, doch ein Original zu finden ist schwer. Es werden heutzutage auch vermehrt Nachbauten angeboten, die genauso toll aussehen und gleichzeitig den Geldbeutel schonen. Wer nicht in neue Möbelstücke investieren möchte, der greift auf Dekorationsobjekte zurück. Auch damit lässt sich eine stimmungsvolle Jugendstil-Atmosphäre erzeugen.