Expressionismus - Die Kunst des Ausdrucks

Judith van Bonn | 28.07.2016

Expressionismus

Der Expressionismus ist eine Stilrichtung der Kunst, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte. Wegbereiter aus dem 19. Jahrhundert waren bekannte Künstler wie Edvard Munch oder Vincent van Gogh. Besonders prägend im Expressionismus waren zwei Künstlergruppen in Deutschland. In der Gruppe “Der Blaue Reiter” gruppierten sich in München unter anderem die Künstler Wassily Kandinsky, Franz Marc, August Macke und Paul Klee. In Dresden formierte sich die Gruppe “Die Brücke” um Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Ernst Ludwig Kirchner. Beide Gruppierungen beeinflussten die expressionistische Malerei sehr stark.

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Emotionen Ausdruck verleihen
Die Bezeichnung Expressionismus wird abgeleitet vom lateinischen Begriff “expressio” für Ausdruck. Der Expressionismus wird auch "als die Kunst des gesteigerten Ausdrucks" bezeichnet. Den zur damaligen Zeit vorherrschenden Impressionismus und der möglichst naturgetreuen Nachahmung der Realität, den Naturalismus, empfanden die Expressionisten als zu oberflächlich. Sie stellten sich bewusst gegen eine wirklichkeitsgetreue Darstellung und wollten vor allen Dingen ihren Empfindungen in ihren Werken Ausdruck verleihen. Die Werke sollten die eigene Wahrnehmung und die Gefühle der Künstler widerspiegeln. Die Künstler wollten die Emotionen der Betrachter ansprechen und sie an ihren Gefühlen teilhaben lassen.

Es wurden neue und ungewöhnliche Wege ausprobiert, um diese Wirkung zu erzielen. Typisch für den Expressionismus ist der freie Umgang mit Farben und Formen. Die Motive werden reduziert auf markante Elemente und setzen sich aus stark vereinfachten, oft sehr groben Formen zusammen. Dazu kommt immer wieder eine sehr kontrastreiche Farbgebung mit kräftigen und leuchtenden Farben. Traditionelle Gestaltungsmittel wie Perspektive und Proportionen wurden aufgelöst. Und in vielen Motiven spielen die Künstler mit veränderten Lichtverhältnissen. Die expressionistischen Motive sind unterschiedlich. Oft zeigen sie normale Alltagssituationen, Landschaften und Städte oder Tiere und Menschen, aus einem neuen Blickwinkel betrachtet.

Auf diese Art entstanden teils abstrakte Bilder, welche die Fantasie und die ganz eigene Interpretation der Wirklichkeit des jeweiligen Künstlers zeigen.

Der neue Stil
In seinen Anfängen hatte der Expressionismus unter Betrachtern nicht sehr viele Anhänger. Viele empfanden die Werke als schnell hingepfuscht und bemängelten, dass die Künstler anscheinend einfach drauf los malten ohne zu überlegen. Damit hatten die Menschen teilweise gar nicht so Unrecht. Denn häufig entstanden die Bilder sehr spontan und direkt. Die Künstler arbeiteten oft mit einer freien Pinselführung. Durch diese Arbeitsweise konnten viele Künstler ihre Gefühle besser und offener darstellen. Der Vorwurf, sie hätten sich über ihre Motive keine Gedanken gemacht, stimmt folglich nicht. Denn das primäre Ziel der Expressionisten war nicht, eine detailgetreue und wirklichkeitsnahe Darstellung der Welt zu schaffen, sondern eine revolutionäre Wendung in der Kunst zu schaffen.

Faszinierende Werke
Mit der Zeit änderte sich die vorherrschende Meinung über den Expressionismus. Heute sind die Werke sehr beliebt. Expressionistische Wandbilder bringen Leben an die Wände. Sie sind ungewöhnlich, faszinierend und zeigen die Individualität und Persönlichkeit ihrer Künstler auf eine ganz eigene Art und Weise.

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